Geschäftsverlauf

Die Wilo Gruppe hat mit Umsatzerlösen in Höhe von 1.327,1 Mio. EUR den Rekordwert des vergangenen Jahres um 0,8 % nochmals leicht übertroffen. Damit hat das Unternehmen zum siebten Mal in Folge seine Umsatzerlöse gesteigert. Dies ist umso bemerkenswerter, da die Abwertung zahlreicher für die Wilo Gruppe wichtiger Fremdwährungen, das Ausbleiben der erhofften konjunkturellen Belebung und die gewachsene Unsicherheit in einigen Märkten die Geschäftstätigkeit der Wilo Gruppe stark belastet haben. Bereinigt um die im Saldo negativen Währungskurseffekte betrug das Umsatzwachstum 3,9 % und lag damit leicht unter der für das Berichtsjahr ursprünglich erwarteten Steigerung von bis zu 5 %.

 

Das Geschäftsjahr 2016 war erneut von einem äußerst volatilen und herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Umfeld geprägt. Die Russland-Ukraine-Krise ist weiter ungelöst und die Konflikte im Nahen Osten bestehen fort. Im Jahresverlauf führte das überraschende Brexit-Votum sowie der Putschversuch in der Türkei zu weiteren Unsicherheiten bei den Marktteilnehmern, die nicht ohne Auswirkungen auf die weltweite Konjunktur und damit auch die wirtschaftliche Entwicklung der Wilo Gruppe waren.

Die im Einklang mit der Unternehmensstrategie zielgerichtet ausgeweitete Marktpräsenz und die regionale Diversifikation der Wilo Gruppe waren auch im abgelaufenen Jahr ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die positive wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens. So konnten die zum Teil deutlich heterogenen regionalen Entwicklungen und zunehmenden Unsicherheiten bzw. Risiken erfolgreich ausgeglichen werden. Die Wilo Gruppe ist in Asien und dem deutschsprachigen Raum solide und nachhaltig gewachsen. Starkes Wachstum konnte beispielsweise in China und Korea sowie in einigen Schwellenländern Afrikas und in den Golf-Staaten erreicht werden. In anderen Ländern wie Russland und Indien war das lokale Wachstum robust, wurde aber durch die Abwertung der lokalen Währung gegenüber dem Euro verwässert. In der Region Europe standen dem Wachstum in den deutschsprachigen Ländern, in Skandinavien und dem Mittelmeerraum Rückgänge in Osteuropa, Frankreich und Großbritannien gegenüber. Das Geschäft in der Türkei entwickelte sich krisenbedingt nur verhalten, während die Umsatzerlöse in Südostasien infolge eines schwachen Industriesektors rückläufig waren. Während sich die südostasiatischen Tochtergesellschaften insgesamt positiv entwickelten, ging das Direktgeschäft in dieser Region zurück. Diese unterschiedlichen Entwicklungen einzelner Länder und Märkte sowie negative Währungseffekte konnte die Wilo Gruppe 2016 insgesamt gut auffangen. Grund dafür ist die breite regionale und auch sektorale Aufstellung des Geschäfts. Diversifikation ist für Wilo ein strategischer Erfolgsfaktor, der die Risiken erfolgreich mindert und zugleich Chancen in einzelnen Märkten eröffnet.

Mit einem EBIT von 107,1 Mio. EUR und einem Konzernergebnis von 76,0 Mio. EUR blieb die Wilo Gruppe unterhalb der guten Ergebnisse des Vorjahres. Bestimmte wachstumsorientierte Investitionen und Projekte, die die Zukunftsfähigkeit der Wilo Gruppe nachhaltig sichern, wurden trotz makroökonomischer und geopolitischer Unsicherheiten planmäßig initiiert bzw. fortgeführt. Dies betrifft insbesondere Projekte im Zusammenhang mit der digitalen Transformation und der strategischen Standortentwicklung in Dortmund. Ebenso wurden wichtige Forschungs- und Entwicklungsprojekte plangemäß durchgeführt. Im Einklang mit der überarbeiteten Unternehmensstrategie Ambition 2020+ wurden darüber hinaus die M&A-Aktivitäten intensiviert. Ebenso hat die Wilo Gruppe konsequent in langfristige Wachstumsmärkte wie Russland, Südostasien, Afrika sowie Lateinamerika investiert und dadurch die Basis für ein beschleunigtes Wachstum außerhalb der etablierten Märkte in Europa weiter gestärkt. Zusätzlich sorgten Verschiebungen im Produktabsatzmix für ein Absinken der Profitabilität (EBIT-Marge) von 9,2 % im Vorjahr auf 8,1 %. Damit blieb die Profitabilität auf einem hohen Niveau. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Einflussfaktoren konnte die für das Geschäftsjahr 2016 ursprünglich angestrebte EBIT-Marge von rund 9,0 % allerdings nicht erreicht werden.

Ziel der langfristig ausgerichteten und nachhaltigen Investitionspolitik der Wilo Gruppe ist es, entsprechend der Unternehmensstrategie auch in Zukunft den Kurs des profitablen Wachstums fortführen zu können. 2016 flossen daher 109,5 Mio. EUR unter anderem in neue Fertigungstechnologien sowie den Neu- und Ausbau von Vertriebs- und Produktionsstandorten. Investitionsschwerpunkt war erneut das strategische Standortentwicklungsprojekt am Hauptsitz in Dortmund. Die neue Produktionsstätte einschließlich Verwaltungsgebäuden in Noginsk in der Region Moskau wurde fertiggestellt und im Juni 2016 in Betrieb genommen.

In den einzelnen Regionen stellt sich die Umsatzentwicklung für die Geschäftsjahre 2016 und 2015 wie folgt dar:


Umsatzentwicklung nach Regionen

Mio. EUR 2016 2015 Veränderung %
Europe 744,0 744,7 -0,1
Asia Pacific 359,6 344,6 4,4
EMEA 187,8 190,1 -1,2
Others 35,7 37,7 -5,3
Gesamt 1.327,1 1.317,1 0,8

Die vier berichtspflichtigen Segmente Europe, Asia Pacific, EMEA und Others bestehen aus folgenden Ländern:
– Europe: alle europäischen Staaten außer Russland, Weißrussland und Ukraine
– Asia Pacific: Indien, China, Südkorea, südostasiatische Staaten, Australien und Ozeanien
– EMEA: Russland, Weißrussland, Ukraine, kaukasische Staaten, Staaten der Golfregion, afrikanische Staaten
– Others: Staaten des amerikanischen Kontinents

Die Entwicklung des operativen Gewinns (EBIT) in den einzelnen Regionen stellt sich für die Geschäftsjahre 2016 und 2015 wie folgt dar:


EBIT Entwicklung nach Regionen

Mio. EUR 2016 2015 Veränderung %
Europe 80,8 95,1 -15,0
Asia Pacific 15,8 15,6 1,3
EMEA 14,9 15,2 -2,0
Others -4,4 -4,7 6,4
Gesamt 107,1 121,2 -11,6

Regionen

EUROPE Die Wilo Gruppe hat in der Region Europe mit Umsatzerlösen in Höhe von 744,0 Mio. EUR annähernd das hohe Vorjahresniveau erreicht. Den Umsatzsteigerungen im deutschsprachigen Raum, in Skandinavien und den Mittelmeerländern standen Umsatzrückgänge in den osteuropäischen Ländern, Frankreich und Großbritannien gegenüber, die nahezu kompensiert werden konnten. Die starke Abwertung des britischen Pfunds infolge des überraschenden Brexit-Votums sowie die Abwertung des polnischen Zloty belasteten die Geschäftstätigkeit der Wilo Gruppe in der Region Europe. Währungsbereinigt stiegen die Umsatzerlöse moderat um 0,9 %. Dabei verliefen die länderspezifischen Entwicklungen innerhalb der Region sehr unterschiedlich.

Im deutschsprachigen Raum konnten die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 % kräftig gesteigert werden. Auf dem deutschen Markt, der den größten Einzelmarkt der Wilo Gruppe darstellt, stiegen die Umsatzerlöse um 2,5 %. Dabei wurden in allen drei Marktsegmenten Zuwächse erzielt. Das Marktsegment Water Management zeichnete sich durch ein starkes Projektgeschäft aus. Ferner trug der Erwerb der GVA Gesellschaft für Verfahren der Abwassertechnik mbH & Co. KG zur positiven Geschäftsentwicklung bei. Im Marktsegment Building Services wurde die sehr gute Marktposition weiter ausgebaut.

In der Schweiz hat die Wilo Gruppe ihre Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr um über 25 % gesteigert. Dies ist insbesondere auf Zuwächse im Projektgeschäft in den Marktsegmenten Water Management und Building Services zurückzuführen. Ein einheitlicher Markenauftritt und die Forcierung der gemeinsamen Marketingaktivitäten als ein Resultat der Umfirmierung der EMB Pumpen AG in die WILO Schweiz AG haben die Geschäftstätigkeit zudem kräftig unterstützt. Nach Übernahme des gesamten Wilo-Sortiments tritt die schweizerische Länderorganisation nun als Komplettanbieter auf. Auch in Österreich entwickelte sich die Geschäftstätigkeit aufgrund eines starken Projektgeschäfts im Marktsegment Building Services äußerst positiv.

Im Mittelmeerraum wurde eine Umsatzsteigerung in Höhe von 3,3 % im Vergleich zum Vorjahr erreicht. Die wirtschaftliche Erholung in den einstigen Krisenländern setzte sich fort. In Griechenland wurden Marktanteile im Marktsegment Building Services gewonnen und damit eine deutliche Umsatzsteigerung von über 8 % im Vergleich zum Vorjahr erreicht. Auf dem italienischen Markt entwickelte sich das Projektgeschäft im Marktsegment Building Services ebenfalls äußerst positiv. So wurden beispielsweise der Flughafen Fiumicino in Rom und der Generali Tower in Mailand mit Wilo-Produkten ausgestattet. Darüber hinaus trugen die erfolgreiche Neustrukturierung und der Ausbau der Vertriebsorganisation maßgeblich zum Wachstum bei. Insgesamt wurde in Italien eine Umsatzsteigerung von 4,1 % erreicht. Auch in Spanien wurden trotz der verschärften Wettbewerbssituation Zuwächse in den Marktsegmenten Building Services und Industry erzielt. Das Umsatzwachstum betrug hier 3,0 %.

Auf dem skandinavischen Markt und im Baltikum wurde 2016 insgesamt ein Umsatzanstieg in Höhe von 4,9 % erwirtschaftet. In Skandinavien entwickelte sich die Baukonjunktur weiter positiv. In den Marktsegmenten Building Services und Water Management konnten deutliche Umsatzsteigerungen erzielt werden. In den baltischen Staaten waren zwar Umsatzrückgänge zu verzeichnen, die jedoch durch die Zuwächse in Skandinavien mehr als ausgeglichen wurden. Der baltische Markt verhielt sich abwartend, da der Abruf von Fördergeldern von der Europäischen Union – unter anderem für Infrastruktur- und Energieeffizienzmaßnahmen – nur schleppend voranging.

Die Umsatzerlöse in Großbritannien und Irland gingen insgesamt um 8,4 % zurück. Dieser Rückgang ist ausschließlich auf die starke Abwertung des britischen Pfunds zurückzuführen. Währungsbereinigt stiegen die Umsatzerlöse in diesen beiden Ländern in Summe um 1,3 %. Der in den vergangenen Jahren forcierte Ausbau und die stärkere Fokussierung der Vertriebsorganisation sowie die gute Baukonjunktur trugen zu dieser positiven Entwicklung maßgeblich bei. Im Marktsegment Water Management wurden Zuwächse im Projektgeschäft erzielt.

In Frankreich und den Beneluxländern sanken die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr leicht um 1,8 %. Das verschlechterte Geschäftsklima in Frankreich belastete weiterhin das Projektgeschäft im Marktsegment Building Services. Zwar zeigen letzte statistische Auswertungen einen leicht positiven Trend für die Baubranche, jedoch spiegelte sich dieser noch nicht in der Geschäftsentwicklung der Wilo Gruppe wider. Darüber hinaus wurden staatliche Infrastrukturprojekte im Marktsegment Water Management zurückgefahren. Aufgrund des insgesamt verringerten Projektgeschäfts in Frankreich nahm der Wettbewerb und damit auch der Preisdruck zu. Äußerst positiv wirkte sich hingegen die Verschärfung der ErP-Richtlinie (ErP-Effekt) auf das OEM-Geschäft im Marktsegment Building Services aus. Seit dem 1. August 2015 gilt die Richtlinie auch für Nassläufer-Umwälzpumpen, die in Wärmeerzeugern und anderen Produkten integriert sind (OEM). Während im ersten Halbjahr 2015 bereits ein positiver Mengeneffekt durch vorgezogene Nachfrage im Bereich preisgünstiger Modelle zu beobachten war, resultierten die Zuwächse im Jahr 2016 im Wesentlichen aus einem positiven Preiseffekt. In Belgien und den Niederlanden wurde die Geschäftstätigkeit durch eine niedrige Lagerumschlagshäufigkeit im Großhandel sowie einen zunehmenden Preisdruck im Projektgeschäft belastet.

Die Umsatzerlöse in den osteuropäischen EU-Staaten gingen um 9,7 % zurück. In den vergangenen Geschäftsjahren hat die Wilo Gruppe verstärkt von Infrastrukturprojekten der Europäischen Union im Marktsegment Water Management profitiert. Diese Förderprogramme sind Ende des Jahres 2015 ausgelaufen. Entsprechend waren die vorangegangenen Perioden von Vorzieheffekten geprägt. Neue Fördermaßnahmen werden ab 2017 aufgelegt, sodass viele Projekte in die kommenden Jahre verschoben wurden. Das OEM-Geschäft hingegen entwickelte sich insbesondere infolge des ErP-Effekts positiv. In Polen, dem größten Markt für die Wilo Gruppe in Osteuropa, gingen die Umsatzerlöse um 7,3 % zurück. Die Abwertung des polnischen Zloty hat maßgeblich zu dieser Reduzierung beigetragen. Währungsbereinigt betrug der Umsatzrückgang lediglich 3,3 %. Die schwierigen politischen Rahmenbedingungen dämpften öffentliche sowie private Investitionen, was sich belastend auf das Projektgeschäft auswirkte. Darüber hinaus verzögerte sich auch in Polen der Abruf von EU-Fördergeldern für Infrastrukturprojekte, was zu einem Rückgang im Marktsegment Water Management führte.

Das operative Ergebnis (EBIT) in der Region Europe fiel um 15,0 % oder 14,3 Mio. EUR auf 80,8 Mio. EUR. Die EBIT-Marge verringerte sich von 12,8 % auf 10,9 %. Zum einen sank die Bruttomarge durch Veränderungen im Produktabsatzmix. So ist insbesondere das margenschwächere OEM-Geschäft überdurchschnittlich gewachsen. Das im Vergleich dazu margenstärkere Geschäft im Marktsegment Water Management ist hingegen deutlich zurückgegangen. Zum anderen hat vor allem im Projektgeschäft der Preisdruck zugenommen. Die planmäßig forcierten wachstumsorientierten und zukunftssichernden Aufwendungen im Rahmen der Digitalisierung und des Standortprojekts in Dortmund sowie gestiegene Forschungs- und nicht aktivierte Entwicklungskosten haben 2016 ebenfalls das EBIT in der Region Europe belastet.

ASIA PACIFIC Die Region Asia Pacific blieb auch 2016 der Wachstumstreiber der Wilo Gruppe. Die Umsatzerlöse konnten um 4,4 % oder 15,0 Mio. EUR auf 359,6 Mio. EUR gesteigert werden. Währungsbereinigt wurde ein Anstieg der Umsatzerlöse um 7,3 % erreicht.

Auf dem chinesischen Markt stiegen die Umsatzerlöse um 7,0 %, währungsbereinigt sogar um 13,2 %. Obwohl sich die Wachstumsdynamik der chinesischen Volkswirtschaft und des Bausektors insgesamt etwas abgeschwächt hat, konnte die Geschäftstätigkeit in China weiter stark ausgebaut werden. In allen Marktsegmenten wurde ein kräftiges Wachstum erzielt. Durch die Ausweitung des Händlernetzwerks wurde eine höhere Marktabdeckung erreicht. Darüber hinaus hat der chinesische Staat strengere Vorschriften hinsichtlich der Nutzung von kohlebefeuerten Heizungskesseln erlassen. Diese müssen künftig durch umweltfreundlichere elektrisch bzw. gas- oder ölbetriebene Heizkessel ersetzt werden, wovon bereits 2016 das OEM-Geschäft profitierte.

In Korea wuchsen die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 %. In lokaler Währung betrug die Umsatzsteigerung 9,4 %. Die stärker fokussierte Vertriebsstrategie im Premium und mittleren Produktsegment trug maßgeblich zu dieser sehr guten Entwicklung bei. Ferner zog die Baukonjunktur in Korea spürbar an, wovon die Marktsegmente Building Services und Water Management profitierten. Zur nachhaltigen Sicherung des künftigen Wachstums wurde im Berichtsjahr die Vertriebsorganisation im Projekt- bzw. Austauschgeschäft weiter ausgebaut.

Auf dem indischen Markt wurde in lokaler Währung eine Umsatzsteigerung in Höhe von 3,4 % erzielt. Infolge der Abwertung der indischen Rupie war jedoch in Konzernwährung ein leichter Umsatzrückgang von 1,3 % zu verzeichnen. Hierbei konnten die starken Zuwächse in den Marktsegmenten Building Services und Water Management die Rückgänge im Marktsegment Industry nicht ganz ausgleichen. Das Geschäft der Wilo-Tochtergesellschaft in Indien, die bisher hauptsächlich im Marktsegment Industry tätig war, wurde von der allgemeinen Schwäche des Industriesektors belastet. Insbesondere die infolge des niedrigen Ölpreises reduzierten bzw. vorübergehend zurückgestellten Investitionen der Öl- und Gasindustrie machten sich negativ bemerkbar. In Indien steht für Wilo ein weiterer Ausbau der Vertriebsorganisation in den Marktsegmenten Building Services und Water Management im Fokus, um zukünftig branchenspezifische Schwankungen noch besser ausgleichen und mehr Marktchancen nutzen zu können.

Die Umsatzerlöse in Südostasien gingen um rund 11 % zurück. Während sich die südostasiatischen Wilo-Tochtergesellschaften vor Ort insgesamt positiv entwickeln, ging das Direktgeschäft in dieser Region zurück. Auch hier wirkte sich die temporäre Schwäche des industriellen Sektors – insbesondere im Öl- und Gasbereich – deutlich belastend aus. Das operative Ergebnis (EBIT) der Region Asia Pacific verbesserte sich um 1,5 % auf 15,8 Mio. EUR im Berichtsjahr und damit leicht unterproportional zum Umsatzwachstum. Entsprechend gab die EBIT-Marge geringfügig von 4,5 % im Vorjahr auf 4,4 % nach. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen die leicht unter dem Vorjahresniveau liegende Bruttomarge.

EMEA Die Umsatzerlöse in der Region EMEA erreichten mit 187,8 Mio. EUR nahezu das Vorjahresniveau. Der leichte Rückgang in Konzernwährung um 1,2 % oder 2,4 Mio. EUR war im Wesentlichen auf die starke Abwertung des russischen Rubels und der türkischen Lira zurückzuführen. Bereinigt um Währungskurseffekte stiegen die Umsatzerlöse in der Region EMEA im Vergleich zum Vorjahr um 6,8 %. Insgesamt stellte sich die Entwicklung in der Region sehr heterogen dar. In Russland stabilisierte sich die Marktentwicklung zunehmend und eröffnete in einzelnen Bereichen gute Chancen. In Teilen Afrikas wurden hohe Wachstumsraten erzielt. Dagegen litt das Geschäft in der Türkei unter der im Jahresverlauf zunehmend angespannten politischen Situation.

In Russland stiegen die Umsatzerlöse leicht um 0,7 % im Vergleich zum Vorjahr, währungsbereinigt um 7,4 %. Die Geschäftstätigkeit in den Marktsegmenten Building Services und Water Management entwickelte sich dabei trotz der weiterhin widrigen gesamtwirtschaftlichen Umstände äußerst positiv. Die Tochtergesellschaft in Russland konnte wichtige Infrastrukturprojekte im Zusammenhang mit der bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft gewinnen. Mit der 2016 erfolgten Eröffnung der neuen Produktionsstätte in Noginsk nahe Moskau ist die Wilo Gruppe gut aufgestellt, um den lokalen Markt effizient und anforderungsorientiert zu bedienen sowie von den zunehmenden Lokalisierungstendenzen zu profitieren.

Die Umsatzerlöse in der Türkei gingen um 9,2 % zurück. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf die starke Abwertung der türkischen Lira zurückzuführen. Währungsbereinigt bewegen sich die Umsatzerlöse auf Vorjahresniveau. Die angespannte politische Situation hat sich durch den Putschversuch noch weiter verschärft. Die sich daraus ergebenden Unsicherheiten bei den Marktteilnehmern hemmten Investitionen, was die Geschäftstätigkeit der Wilo Gruppe im türkischen Markt belastete. Insgesamt haben sich die kurzfristigen Rahmenbedingungen für das Pumpengeschäft infolge stark rückläufiger Bautätigkeit verschlechtert.

Auf dem afrikanischen Kontinent wurde ein Umsatzwachstum in Höhe von 13,3 % erzielt. In allen Regionen entwickelte sich der Bausektor sehr dynamisch, wenngleich die Geschäftsentwicklung in den ölfördernden Staaten durch den weiterhin relativ niedrigen Ölpreis belastet war. So wurden beispielsweise in Nigeria und Algerien viele staatlich geförderte Infrastrukturprojekte im Marktsegment Water Management ausgesetzt, was die Geschäftsentwicklung hier dämpfte. Insgesamt wurden in Afrika aber kräftige Zuwächse in den Marktsegmenten Building Services und Water Management erzielt, die die Rückgänge im Marktsegment Industry mehr als kompensierten. In Südafrika wurde das sehr dynamische Wachstum durch die Abwertung des südafrikanischen Rand gedämpft. In lokaler Währung wurden Umsatzzuwächse von über 30 % erwirtschaftet. In Konzernwährung verblieb eine Umsatzsteigerung von 17,0 %.

In der Golfregion betrug das Umsatzwachstum 4,4 %. Die Dynamik im Bausektor hat aufgrund des verschlechterten wirtschaftlichen Umfelds infolge des niedrigeren Ölpreises etwas nachgelassen. Gleiches gilt für den Industriesektor. Die Wilo Gruppe hat die Vertriebsorganisation in der Region planmäßig weiter ausgebaut und fokussiert. Das so erreichte Wachstum in den Marktsegmenten Building Services und Water Management kompensierte den rückläufigen Umsatz im Marktsegment Industry.

Das operative Ergebnis (EBIT) in der Region EMEA konnte mit 14,9 Mio. EUR nahezu stabil gehalten werden. Das EBIT sank leicht um 0,3 Mio. EUR bzw. 1,8 %, während sich die EBIT-Marge ebenfalls nur geringfügig von 8,0 % auf 7,9 % verringerte. Dieser Rückgang war im Wesentlichen auf eine niedrigere Bruttomarge zurückzuführen. Zum einen wirkten sich planmäßige temporäre Anlaufkosten in der neuen Produktionsstätte in Russland belastend aus. Mit steigender Kapazitätsauslastung wird sich die Wirtschaftlichkeit dort sukzessive verbessern. Darüber hinaus dämpften 2016 einige margenschwächere Großprojekte im Marktsegment Water Management die Bruttomarge. Positiv hingegen wirkten sich Währungskursgewinne aus der operativen Geschäftstätigkeit aus.

Marktsegmente

In den einzelnen Marktsegmenten stellte sich die Umsatzentwicklung für die Geschäftsjahre 2016 und 2015 wie folgt dar:


Umsatzentwicklung nach Marktsegmenten

Mio. EUR 2016 2015 Veränderung %
Building Services 1.044,7 1.014,6 3,0
Water Management 173,0 164,9 4,9
Industry 109,4 137,6 -20,5
Gesamt 1.327,1 1.317,1 0,8

BUILDING SERVICES Im Marktsegment Building Services stiegen die Umsatzerlöse um 3,0 % oder 30,1 Mio. EUR auf 1.044,7 Mio. EUR. Die größte Umsatzsteigerung von mehr als 8 % konnte einmal mehr in der Region Asia Pacific erwirtschaftet werden. Eine klar fokussierte Vertriebsstrategie in Korea sowie die Ausweitung des Händlernetzwerks in China trugen zu der sehr positiven Geschäftsentwicklung bei. Auch in Indien wurden hohe Zuwächse erzielt. In der Region Europe beruhte die Umsatzsteigung von 1,4 % im Marktsegment Building Services zu großen Teilen auf einer Ausweitung des OEM-Geschäfts, das im Wesentlichen durch den ErP-Effekt unterstützt wurde. Die Region EMEA war auch 2016 von der Rezession in Russland, der unsicheren politischen Situation in der Türkei sowie dem Verfall der Währungen dieser Länder belastet. Dennoch konnten die Umsatzerlöse im Marktsegment Building Services in der Region EMEA um 3,4 % gesteigert werden. Ein sehr starkes Projektgeschäft in Russland trug wesentlich zu dieser positiven Entwicklung bei.

In den reifen Volkswirtschaften wächst in der breiten Bevölkerung und bei Unternehmen immer stärker das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in nahezu allen Lebensbereichen und Geschäftsaktivitäten. Besonders im Blick stehen dabei Energieeffizienz und der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen. Neue und anspruchsvollere politische Ziele und Vorgaben zur Reduzierung der CO2-Belastung fördern diesen langfristigen Trend. Vor diesem Hintergrund wächst die Nachfrage nach energieeffizienten Produkten und Anwendungen stetig. Mit ihrer starken Marktposition und -präsenz kann die Wilo Gruppe hiervon profitieren. Darüber hinaus gewinnt Energieeffizienz auch in den dynamischen Schwellenländern zunehmend an Bedeutung. Angesichts zum Teil massiver Umweltprobleme treiben mittlerweile auch Schwellenländer wie z.B. China strengere regulatorische Bestimmungen zur CO2-Einsparung voran. Da mittel- und langfristig die Heiz- und Energiekosten steigen werden, rücken Einsparpotenziale durch energieeffiziente Produkte stärker in den Blickpunkt. Auch dies verstärkt die Nachfrage nach entsprechenden modernen Produkten und Lösungen.

WATER MANAGEMENT UND INDUSTRY Die Umsatzerlöse im Marktsegment Water Management stiegen um 4,9 % oder 8,1 Mio. EUR auf 173,0 Mio. EUR. Dabei hat sich die Geschäftstätigkeit im Marktsegment Water Management in nahezu allen Märkten sehr positiv entwickelt. Lediglich in den osteuropäischen EU-Staaten gingen die Umsatzerlöse deutlich zurück. Im Vorjahr hatten diese Länder besonders von der Fortführung der EU-geförderten Infrastrukturprojekte in der Wasserwirtschaft profitiert. Nach Auslauf dieser Förderung wurden 2016 weit weniger Projekte realisiert. Darüber hinaus verhielt sich der Markt abwartend im Hinblick auf die Realisierung neuer Projekte, da ab 2017 die nächsten Förderprogramme der Europäischen Union starten. Mit dem Erwerb der GVA Gesellschaft für Verfahren der Abwassertechnik mbH & Co. KG und der Umfirmierung zur WILO GVA GmbH hat die Wilo Gruppe im Geschäftsjahr 2016 ihre Aktivitäten im Abwasserbereich weiter ausgebaut und ihre Applikationskompetenz erhöht. Die WILO GVA GmbH ist auf die Entwicklung und Herstellung von Systemtechnologien und -komponenten zur biologischen Abwasserreinigung spezialisiert.

Im Marktsegment Industry gingen die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2016 um 20,5 % oder 28,2 Mio. EUR auf 109,4 Mio. EUR zurück. Die Geschäftsentwicklung litt 2016 unter der schwachen Industriekonjunktur. In nahezu allen Märkten waren die Umsatzerlöse im Berichtsjahr teilweise stark rückläufig. Insbesondere die Öl- und Gasindustrie durchlief infolge des niedrigen Ölpreises eine wirtschaftliche Schwächephase und hat entsprechend ihre Investitionstätigkeit stark zurückgefahren. Davon betroffen waren im Wesentlichen die Wilo-Aktivitäten in Indien und Russland. Die Geschäftsentwicklung in Russland wurde zusätzlich negativ durch die Rezession und die Abwertung des russischen Rubels beeinflusst.

Geschäftsbericht bestellen

WILO SE
Corporate Communications
Nortkirchenstraße 100
44263 Dortmund
T +49 231 4102-0
F +49 231 4102-7363

Kontakt

WILO SE
Corporate Communications
Nortkirchenstraße 100
44263 Dortmund
T +49 231 4102-0
F +49 231 4102-7363