Prognosebericht


  • Wachstum der Weltwirtschaft gewinnt 2017 voraussichtlich an Dynamik
  • Krisen und politische Unsicherheiten bergen hohe Risiken
  • Moderate Umsatzsteigerung und Profitabilität innerhalb des strategischen Zielkorridors geplant
  • Standortentwicklungsprojekt in Dortmund kommt in die Bauphase

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Verbesserte Wachstumschancen bei höheren Risiken für die Weltwirtschaft

Die Wirtschaftsforscher erwarten, dass sich die Weltwirtschaft 2017 in einem Spannungsfeld aus einem verbesserten ökonomischen Umfeld und krisenbedingten Unsicherheiten bewegen wird. Damit bleibt sie auf absehbare Zeit störungsanfällig. Zwischen den Industriestaaten dürfte die Geldpolitik stärker auseinanderdriften. Das Zinsniveau wird voraussichtlich weltweit steigen, sodass Währungsverschiebungen und Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht ausgeschlossen sind. Das in den Industrieländern zuletzt beschleunigte Produktionswachstum sollte sich dennoch fortsetzen und auch Impulse für die Schwellenländer setzen. Dagegen werden die Unwägbarkeiten seitens der Politik größer: Weltweit gewinnen Nationalismus und Protektionismus an Zuspruch, der Kurs der neuen US-amerikanischen Regierung ist noch unklar und die Europäische Union wie auch der Euroraum stehen vor großen Herausforderungen, ihre Stabilität zu bewahren. Zudem ist die Krise im Nahen Osten ungelöst. Sofern diese Risikofaktoren begrenzt bleiben, rechnet der IWF mit einer Belebung der Weltwirtschaft auf ein Wachstum von 3,4 % (IfW: 3,5 %).

Die USA sollten ihren mittlerweile gefestigten ökonomischen Wachstumskurs fortsetzen. Die neue Regierung hat eine expansive Wirtschaftspolitik avisiert, die das Wachstum kurzfristig zusätzlich stimulieren könnte. Laut dem IWF wird die US-amerikanische Wirtschaft 2017 voraussichtlich um 2,3 % wachsen, also dynamischer als zuletzt. Davon dürften auch andere Regionen profitieren. In den Industrieländern insgesamt erwartet der IWF daher für 2017 eine Wachstumsbelebung auf 1,9 %. Trotz der Strukturprobleme werden sich unterstützt durch anziehende Rohstoffpreise die Perspektiven für die Schwellen- und Entwicklungsländer voraussichtlich aufhellen. Der IWF rechnet für 2017 hier mit einem auf 4,5 % beschleunigten Wirtschaftswachstum.

Im Folgenden wird die voraussichtliche volkswirtschaftliche Entwicklung in den Regionen Europe, Asia Pacific und EMEA im Jahr 2017 dargestellt. Die länderspezifische Abgrenzung der Regionen ist an die Segmentberichterstattung der Wilo Gruppe angelehnt.

Stetiges, moderates Wachstum in Europa

Europa steht 2017 vor großen politischen Herausforderungen, die auch die wirtschaftliche Entwicklung substanziell beeinflussen können. So beginnen die Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. In wichtigen Ländern wie Frankreich, Deutschland und den Niederlanden werden Regierungen neu gewählt, wodurch EU-skeptische Tendenzen verstärkt werden könnten. Darüber hinaus sind die strukturellen Probleme in Südeuropa noch nicht überwunden. Vor allem Italien steht unter Handlungsdruck, zumal die dortigen Bankenprobleme gravierend sind. Unterstützt wird Europas Wirtschaft dagegen von höheren Staatsausgaben und dem expansiven Kurs der Europäischen Zentralbank. Der private Konsum dürfte von der anhaltenden Verbesserung am Arbeitsmarkt profitieren. Die Investitionen sollten sich beleben, auch aufgrund eines vorhandenen Nachholbedarfs. Im Euroraum erwarten Wirtschaftsforscher für 2017 erneut moderates Wachstum. Der IWF rechnet mit einem Zuwachs von 1,6 % (IfW: 1,7 %). Starkes Wachstum zeichnet sich für Irland, Spanien, die Niederlande sowie Osteuropa ab. Frankreich mit 1,2 % und Italien mit 0,8 % entwickeln sich voraussichtlich weiter schwach. Das Wachstum in Großbritannien dürfte sich abkühlen.

Die deutsche Wirtschaft bleibt 2017 nach Einschätzungen der Wirtschaftsforscher auf einem Expansionspfad. Der IWF prognostiziert einen Zuwachs von 1,5 %. Das Kieler IfW geht von 1,7 %, kalenderbereinigt von 2,0 %, aus. Es wird erwartet, dass der Aufschwung durch die Binnenwirtschaft getragen wird. Der private Verbrauch dürfte vom guten Arbeitsmarkt und hohen Transferzahlungen des Staates profitieren. Allerdings wird die Dynamik des privaten Konsums durch höhere Energie- und Kraftstoffkosten voraussichtlich abnehmen. Der hohe Wohnungsbedarf und günstige Finanzierungsbedingungen sollten die Bauinvestitionen begünstigen. Es wird darüber hinaus erwartet, dass auch die Ausrüstungsinvestitionen allmählich stärker wachsen werden. Dafür sprechen das immer noch niedrige Zinsniveau, Exportwachstum und bereits hoch ausgelastete Kapazitäten.

Asien bleibt trotz struktureller Wachstumsentschleunigung weiterhin Treiber der Weltwirtschaft

In China dürfte sich das Expansionstempo durch die Umstrukturierung der Volkswirtschaft weiter verringern, global gesehen aber klar auf einem überdurchschnittlichen Niveau bleiben. Die Regierung ist bemüht, mit schrittweisen Reformen und anderen Eingriffen Ineffizienzen wie die Überkapazitäten in Basisindustrien und Immobilienblasen in Megastädten abzubauen. Zugleich stimuliert sie die Gesamtwirtschaft regelmäßig, unter anderem mit Infrastrukturinvestitionen. Strukturell bremsend könnten zunehmend die schlechte Kapitalallokation sowie die hohe Verschuldung von Unternehmen und Gebietskörperschaften wirken. Der IWF erwartet für 2017 eine weitere Entschleunigung des Wachstums in China auf 6,5 %. Asiens Wirtschaft wird insgesamt nach der IfW-Prognose mit einem Plus von 6,3 % zwar tendenziell langsamer expandieren, die Region dürfte aber dennoch auch zukünftig neben den USA der wesentliche Impulsgeber für die Weltwirtschaft bleiben.

In Indien stockte die Investitionstätigkeit zuletzt. Ende 2016 wurde zur Bekämpfung der Schattenwirtschaft und Korruption überraschend eine strikte Bargeldreform umgesetzt. Diese hat die Perspektiven zunächst weiter eingetrübt, da der private Konsum im Land überwiegend mit Bargeld abgewickelt wird. Internationale Banken erwarten gegenüber dem ursprünglichen Expansionspfad und Wachstumsraten von 7,6 % bis 7,9 % daher temporäre Einbußen von bis zu einem Prozentpunkt. Der IWF prognostiziert ein Wirtschaftswachstum für 2017 von 7,2 %.

Der koreanischen Wirtschaft fehlt gegenwärtig der Rückenwind. Grund dafür ist eine vergleichsweise schwache Binnennachfrage. Restrukturierungen im Unternehmenssektor, insbesondere im Schiffbau, belasten den Arbeitsmarkt. In Verbindung mit einer höheren Inflation wird sich der private Konsum voraussichtlich verhalten entwickeln. Die koreanische Regierung hat zum Jahreswechsel ihre Wachstumsprognose für 2017 auf 2,5 % gesenkt.

Die Länder Südostasiens sollten vom gefestigten Aufschwung in den Industrieländern profitieren. Der IWF erwartet für 2017 eine leichte Belebung des Wachstums in den fünf großen ASEAN-Staaten auf 4,9 %.

Heterogenes Umfeld mit politischen Risiken in der Region EMEA

Die russische Wirtschaft zeigt erste Erholungstendenzen. Die von den Mitgliedsstaaten der OPEC beschlossene Förderkürzung dürfte die russische Konjunktur stützen und den Staatshaushalt entlasten. Zudem sinkt die zuletzt hohe Inflationsrate. Andererseits wurden die Wirtschaftssanktionen gegen Russland verlängert. Die überwiegend in US-Dollar finanzierte Verschuldung der Unternehmen sowie die Außenpolitik bleiben Risikofaktoren. Die russische Notenbank rechnet in einem Basisszenario für 2017 mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 % bis 1,0 %, bei deutlich steigenden Ölpreisen sogar von bis zu 1,7 %. Dabei sollten der private Konsum und die Anlageinvestitionen erstmals wieder zulegen. Der IWF schätzt das Wachstum für 2017 in Russland auf 1,1 %.

Massive Unsicherheiten überschatten zurzeit die türkische Wirtschaft. Als Reaktion auf den gescheiterten Putschversuch und den anhaltenden Terror greift die Regierung umfassend in Gesellschaft und Wirtschaft ein. Zur Währungsstabilisierung musste die Notenbank Ende 2016 die Zinsen anheben. Der Staat plant als Gegenmaßnahme, die Konjunktur mit Investitionen zu stützen. Das Kieler IfW rechnet mit einer Verlangsamung des Wachstums auf 1,2 % im Jahr 2017.

Die Entwicklung in Afrika und dem Nahen Osten bleibt schwierig. Zwar sind die Langfristperspektiven zum Teil sehr gut. Kriege, Terror sowie strukturelle Defizite und rechtliche wie politische Unsicherheiten stellen jedoch kurzfristig erhebliche Risikofaktoren dar. Insgesamt ist die Region sehr heterogen und erfordert eine selektive Betrachtung. Im Nahen Osten und in Teilen Nordafrikas dominieren geopolitische Krisen. Dennoch dürften die ölexportierenden Länder von einer Erholung der Rohölpreise profitieren. Andere Länder wie Marokko oder Tunesien sind enger mit der Konjunktur in Europa verknüpft und vergleichsweise stabil. Der IWF rechnet für 2017 im Nahen Osten und in Nordafrika mit einer Wachstumsabschwächung auf 3,1 %. Südlich der Sahara sollte sich die Konjunktur vielerorts beleben, mit höherem Wachstum in Nigeria und Südafrika.

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