WIRTSCHAFTSBERICHT


  • Weltwirtschaft 2016 erneut nur moderat gewachsen
  • Profitabler Wachstumskurs wird fortgesetzt
  • Negative Währungseffekte dämpfen Umsatzwachstum Umsetzung wachstumsorientierter und zukunftssichernder Projekte im Wesentlichen ursächlich für gesunkene Profitabilität
  • Investitionen erreichen neuen Höchststand

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Unsicherheiten belasteten die Weltwirtschaft

Die globale Wirtschaftsleistung wuchs 2016 laut dem Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) und dem Internationalem Währungsfonds (IWF) nur um 3,1 % (Vorjahr: 3,2 %). Die gestiegenen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten bremsten die Konjunktur weltweit maßgeblich ab. Gründe dafür waren insbesondere die Krisen in Syrien und der Türkei, Terroranschläge in Europa, das überraschende Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union („Brexit-Votum“) sowie die Regierungs- und Bankenkrise in Italien. Dämpfend wirkte auch das schwächere Wachstum in China. Konjunkturstützend war hingegen die expansive Geldpolitik der Industrieländer. Die US-amerikanische Wirtschaft gewann nach verhaltenem Start an Kraft und ist 2016 um voraussichtlich 1,6 % gewachsen. Impulse kamen vom privaten Konsum und trotz des höheren Dollarkurses von belebten Exporten. Laut IWF sind die Industrieländer insgesamt 2016 mit 1,6 % langsamer gewachsen als zuvor (Vorjahr: 2,1 %). In den Schwellen- und Entwicklungsländern blieb die Wachstumsdynamik wie im Vorjahr mit 4,1 % global betrachtet hoch, aber schwächer als in der Vergangenheit.

Im Folgenden wird die volkswirtschaftliche Entwicklung in den Regionen Europe, Asia Pacific und EMEA im Jahr 2016 dargestellt. Die länderspezifische Abgrenzung der Regionen ist an die Segmentberichterstattung der Wilo Gruppe angelehnt.

Solides Wachstum auf breiter regionaler Basis in Europa

Die Wirtschaft im Euroraum hat sich auch 2016 solide entwickelt. Der private Verbrauch war neben höheren Staatsausgaben und belebten Bauaktivitäten Hauptstütze der Konjunktur. Die Investitionstätigkeit der Unternehmen blieb jedoch wegen der schwachen Exportmärkte und internationalen Krisen zurückhaltend. Das Brexit-Votum hat spürbare Verunsicherung ausgelöst, sich aber noch nicht deutlich negativ in der Realwirtschaft niedergeschlagen. Nach ersten Daten des Statistikamts Eurostat wies das Wachstum im Euroraum 2016 mit 1,7 % eine robuste Grundtendenz auf.

Die Wirtschaft wuchs in allen Euro-Ländern, auch in denen mit strukturellen Problemen. So erreichten Italien und Griechenland moderates Wachstum. Spanien, Portugal und Irland expandierten kräftig. Frankreichs wirtschaftliche Entwicklung blieb verhalten. Die osteuropäischen EU-Länder wiesen überdurchschnittlich hohe Zuwachsraten auf. Großbritanniens Wirtschaft legte etwas langsamer als im Vorjahr, aber trotz der Brexit-Entscheidung noch robust zu.

Deutschlands Wirtschaft profitierte 2016 in dem unsicheren Umfeld von einer starken Binnennachfrage und hat ihre Expansion fortgesetzt. Neben dem durch Rekordbeschäftigung und Einkommenssteigerungen induzierten privaten Verbrauch legten der Staatskonsum und die Bauinvestitionen spürbar zu. Zum Jahresende belebten sich die Industrieaktivitäten. Laut dem Statistischen Bundesamt ist das Bruttoinlandsprodukt 2016 um 1,9 % gewachsen (Vorjahr: 1,7 %).

Asien bleibt globaler Wachstumsmotor

Asien befindet sich weiterhin auf einem dynamischen Wachstumspfad und ist laut IfW 2016 um 6,4 % (Vorjahr: 6,6 %) gewachsen. Die sehr hohen Raten der Vergangenheit werden jedoch nicht mehr erreicht. Dies ist im Wesentlichen auf die chinesische Wirtschaft zurückzuführen. Der langfristige Strukturwandel von einer von Handel, Investitionen und Schwerindustrie abhängigen Wirtschaft hin zu einer Stärkung der Binnennachfrage, Dienstleistungen und Hochtechnologie schlägt sich in tendenziell niedrigeren Expansionsraten nieder. Kurzfristige Stützungsmaßnahmen des Staates hatten das Wachstum 2016 bei schwachen Exporten stabilisiert. Chinas Wirtschaftswachstum lag daher nach Angaben des nationalen chinesischen Statistikamts NBS mit 6,7 % (Vorjahr: 6,9 %) im Rahmen der staatlichen Zielvorgabe.

Die indische Wirtschaft ist 2016 gemäß IWF um 6,6 % (Vorjahr: 7,6 %) gewachsen. Impulse setzten der private Verbrauch, hohe Staatsausgaben und der Dienstleistungssektor. Die Investitionstätigkeit ging jedoch zurück. Zudem führte die im November überraschend beschlossene Bargeldreform zu starken Belastungen des privaten Konsums.

In Korea hat sich der Wachstumskurs 2016 laut der Bank of Korea mit einem Zuwachs von 2,7 % (Vorjahr: 2,6 %) fortgesetzt. Die Bauinvestitionen, die die Binnenkonjunktur im Wesentlichen getragen haben, legten zweistellig zu. Der private Konsum blieb bei nur geringen Lohnzuwächsen verhalten. Die Anlageinvestitionen gingen infolge niedriger Kapazitätsauslastung und Restrukturierungen im Unternehmenssektor zurück. Der Staat hat mit fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen gegengesteuert.

Den Schwellenländern Südostasiens fehlten Impulse für Exporte nach China und in die Industriestaaten. Das Wachstum der fünf großen ASEAN-Staaten lag 2016 gemäß IWF wie schon im Vorjahr bei 4,8 %.

Politische Krisen bremsten die Wirtschaft in der Region EMEA

Russlands Wirtschaft litt auch 2016 unter den im Langfristvergleich niedrigen Preisen für Öl und Gas. Der Konjunkturabschwung konnte zwar im Jahresverlauf gebremst werden – die Notenbank hatte den Leitzins 2016 zweimal gesenkt – und auch die Industrieproduktion hat sich im Jahresvergleich stabilisiert. Dennoch schrumpfte die Wirtschaftsleistung gemäß Angaben des IWF ganzjährig nochmals um 0,6 % (Vorjahr: -3,7 %).

In der Türkei hat die Wirtschaft unter dem Eindruck der politischen Unsicherheiten, die sich im Zuge der Umwälzungen nach dem Putschversuch noch erhöht hatten, spürbar gelitten. Zudem bremste die anhaltend hohe Verschuldung der Unternehmen die wirtschaftliche Entwicklung. Nach Einschätzung des IfW erreichte das Wirtschaftswachstum 2016 nur 1,6 % (Vorjahr: 4,0 %).

Ölexportierende Länder des Golfs – insbesondere Iran und Irak – sowie Nordafrikas haben sich 2016 wirtschaftlich teilweise besser entwickelt als im Vorjahr. Dazu haben höhere Förderpreise und -mengen für Rohöl beigetragen. Die schweren Konflikte in der Region verhinderten jedoch ein solides Wirtschaftswachstum. In großen öleinführenden Ländern der Region wie Ägypten oder Marokko stockte das Expansionstempo 2016. Die Sub-Sahara-Region dürfte nach IWF-Daten eine spürbare Wachstumsabschwächung verzeichnet haben. Nigerias Wirtschaft ist geschrumpft, die wirtschaftliche Entwicklung in Südafrika stagnierte.

Geschäftsbericht bestellen

WILO SE
Corporate Communications
Nortkirchenstraße 100
44263 Dortmund
T +49 231 4102-0
F +49 231 4102-7363

Kontakt

WILO SE
Corporate Communications
Nortkirchenstraße 100
44263 Dortmund
T +49 231 4102-0
F +49 231 4102-7363