Finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken

Währungskurse

Das Management von Währungskursveränderungen hat aufgrund der weltweiten Präsenz der Wilo Gruppe eine hohe Bedeutung. Währungskursrisiken resultieren für die Wilo Gruppe im Wesentlichen aus der operativen Geschäftstätigkeit und den Finanzierungsmaßnahmen. Die überwiegend in Lieferungen und Leistungen an Konzerngesellschaften bestehenden Währungskursrisiken werden sowohl durch gegenläufige Geschäfte in der gleichen Währung als auch durch den Einsatz von derivativen Finanzgeschäften begrenzt.

Der Eintritt von Währungskursrisiken aus operativen Tätigkeiten der Konzernunternehmen mit externen Kunden und Lieferanten ist wahrscheinlich. Die damit verbundenen Ergebnisauswirkungen schätzt die Wilo Gruppe jedoch als niedrig ein. Diese Aktivitäten werden überwiegend in ihrer lokalen Währung abgewickelt.

Die Währungskursrisiken aus Finanzierungsmaßnahmen ergeben sich zum einen insbesondere gegenüber externen Kreditgebern aus finanziellen Verbindlichkeiten in Fremdwährung. Hinzu kommen Fremdwährungsdarlehen, die Konzerngesellschaften zur Finanzierung gewährt werden. Derartige Währungskursrisiken werden durch den Einsatz von derivativen Finanzgeschäften reduziert.

Zur Aufstellung des Konzernabschlusses werden die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen, die ihren Sitz außerhalb des Euroraumes haben bzw. deren funktionale Währung nicht der Euro ist, in die Berichtswährung Euro umgerechnet. Änderungen des durchschnittlichen Wechselkurses einer Währung können daher durch die Umrechnung sowohl den Umsatz als auch den Ertrag rechnerisch beeinflussen. Mit diesem Translationsrisiko sind jedoch keine Auswirkungen auf die Zahlungsströme in lokaler Währung verbunden.

Insgesamt wird der Eintritt von Währungskursrisiken als wahrscheinlich angesehen, die damit verbundenen Ergebnisauswirkungen schätzt die Wilo Gruppe jedoch als niedrig ein.

Zinsen

Das Zinsrisiko ergibt sich hauptsächlich aus variabel verzinslichen Finanzschulden und der Anlage von flüssigen Mitteln. Zinsrisiken entstehen dabei sowohl aus dem Anstieg als auch aus der Absenkung der Zinskurve. Gegen negative Wertveränderungen aus unerwarteten Zinsbewegungen sichert sich die Wilo Gruppe durch derivative Finanzgeschäfte ab. Der Eintritt von Zinsrisiken wird als möglich, die Wirkung auf das Finanzergebnis als niedrig eingeschätzt, da der überwiegende Teil der Finanzschulden langfristig festverzinslich ist. Günstige Zinsentwicklungen hingegen können sich positiv auf das Zinsergebnis auswirken. Der Bereich Group Treasury der Wilo Gruppe beobachtet und analysiert die Entwicklungen auf den Finanzmärkten, um die Balance zwischen Liquiditätshaltung und Anlage der flüssigen Mittel in Termingeldern mit einem maximalen Zeithorizont von bis zu zwölf Monaten zu optimieren.

Rohstoffe

Rohstoffpreisrisiken bestehen für die Wilo Gruppe im Wesentlichen durch Preisschwankungen auf den Weltmärkten für Kupfer, Aluminium und Edelstahl sowie deren Legierungen. Zur Minimierung von Rohstoffpreisrisiken verwendet die Wilo Gruppe gezielt Rohstoffderivate. Deren Einsatz erfolgt dann, wenn die Ergebniseinflüsse aus der Veränderung der Rohstoffpreise für die Wilo Gruppe signifikant sind und entsprechende Finanzinstrumente angeboten und darüber hinaus auch effizient eingesetzt werden können. Ferner werden die Preis- und die Angebotsentwicklung der sogenannten Seltenen Erden aufmerksam beobachtet.

Um die Ergebniseinflüsse aus der Veränderung des Kupferpreises für die Wilo Gruppe zu minimieren, wurde der überwiegende Teil des Beschaffungsvolumens von Kupfer für das Geschäftsjahr 2017 bereits preislich fixiert.

Das Beschaffungsvolumen für Edelstähle und deren Legierungen wird demgegenüber nicht preislich gesichert, weil die angebotenen Finanzinstrumente nicht geeignet sind, das Preisveränderungsrisiko aus diesen Rohstoffen effizient zu minimieren. Ab dem Geschäftsjahr 2018 könnte die Ertragslage der Wilo Gruppe aus aktueller Sicht primär durch Preisschwankungen auf den Weltmärkten für Kupfer und Aluminium beeinflusst werden.

Das Rohstoffpreisrisiko aus der Beschaffung von Seltenen Erden wird von der Wilo Gruppe derzeit als niedrig eingestuft. Trotz dieser Risikoeinstufung und mangels entsprechender derivativer Finanzinstrumente zur Absicherung dieses Rohstoffpreisrisikos ist die Wilo Gruppe bestrebt, sowohl geeignete Substitute einzusetzen als auch weitere Lieferanten für diese Rohstoffe zu identifizieren. Die zukünftige Preisentwicklung für Seltene Erden kann aus heutiger Sicht die Ertragslage der Wilo Gruppe weiterhin sowohl positiv als auch negativ beeinflussen.

Rohstoffpreisrisiken sind möglich, die damit verbundenen Ergebnisauswirkungen schätzt die Wilo Gruppe jedoch als niedrig ein.

Forderungsausfälle

Forderungsausfallrisiken auf der Kundenseite begegnet die Wilo Gruppe durch ein konzernweit einheitliches wirksames System. Es umfasst ein konsequentes Forderungsmanagement und die Überwachung des Zahlungsverhaltens. Die Abhängigkeit von einzelnen Kunden ist begrenzt, so werden mit keinem Kunden mehr als 10 % des Konzernumsatzes erwirtschaftet. Die Wilo Gruppe hat im vergangenen Geschäftsjahr keine wesentlichen negativen Einflüsse aus dem Zahlungsverhalten ihrer Kunden verspürt. Mögliche Ergebniseffekte aus Forderungsausfällen werden aus heutiger Sicht für 2017 ebenfalls als niedrig eingeschätzt.

Darüber hinaus besteht das Risiko, dass Kreditinstitute ausfallen, mit denen Anlagegeschäfte getätigt werden, bei denen Kreditlinien bestehen oder mit denen Sicherungsgeschäfte abgeschlossen wurden. Ein potenzieller Ausfall dieser Partner würde sich negativ auf die Ertrags und Finanzlage der Wilo Gruppe auswirken. Insgesamt ist ein Eintritt dieses Risikos jedoch als unwahrscheinlich einzuschätzen, da Wilo solche Geschäfte nur mit bonitätsmäßig guten bis sehr guten Banken abschließt. Der Bereich Group Treasury beobachtet fortlaufend die Bonitätsentwicklung dieser Banken und ergreift bei Bedarf adäquate Maßnahmen.

Finanzierung und Liquidität

Liquiditätsrisiken ergeben sich aus einem eventuellen Mangel an liquiden Mitteln, um fällige Verbindlichkeiten in voller Höhe und der vereinbarten Währung fristgerecht begleichen zu können. Zudem besteht bei Liquiditätsengpässen und Verwerfungen auf den internationalen Finanz- und Kapitalmärkten das Risiko, ungünstige Finanzierungskonditionen akzeptieren zu müssen. Um diese Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken zu minimieren und damit einen wichtigen Wertbeitrag zum profitablen Wachstum der Wilo Gruppe zu leisten, strebt die Wilo Gruppe eine langfristige, kostengünstige und jederzeitige Deckung des Liquiditäts- und Kapitalbedarfs an. Dazu werden unterschiedliche Finanzierungsinstrumente eingesetzt.

Diese umfassen verbindlich zugesagte Barkreditlinien der Mutter- und Tochtergesellschaften von mehr als 200,0 Mio. EUR mit international aufgestellten Kreditinstituten guter bis sehr guter Bonität. Zum 31. Dezember 2016 waren die Barkreditlinien in Höhe von 15,3 Mio. EUR in Anspruch genommen. Des Weiteren bestanden zum 31. Dezember 2016 Schuldscheindarlehen in Höhe von 10,0 Mio. EUR und Schuldverschreibungen in Höhe von 112,0 Mio. EUR, die im Rahmen von US-Privatplatzierungen begeben wurden.

Die Wilo Gruppe wies zum 31. Dezember 2016 als Nettofinanzposition (Finanzschulden abzüglich liquide Mittel) einen Liquiditätsüberschuss in Höhe von 41,0 Mio. EUR aus und war damit nettoschuldenfrei. Das Verhältnis von Nettofinanzschulden zu EBITDA (Verschuldungsgrad) verbesserte sich von 0,01 auf -0,26.

Um eine bedarfsgerechte und fristenkongruente Bereitstellung sowie gruppenintern optimale Allokation liquider Mittel zu erreichen, stellt die Wilo Gruppe entsprechende Liquiditäts- und Finanzpläne auf. Basis dafür sind die Budget- und die strategische Fünfjahresplanung sowie die unterjährige Prognose. Zusätzlich wird monatlich für jede Konzerngesellschaft eine rollierende Dreimonatsliquiditätsplanung erstellt. Die der Wilo Gruppe unmittelbar zur Verfügung stehenden liquiden Mittel einschließlich der zugesagten Barkreditlinien lagen im Jahresverlauf 2016 immer oberhalb der vom Vorstand der WILO SE vorgegebenen Mindestreserve von 100,0 Mio. EUR.

Die Wilo Gruppe wendet Cash-Pool-, Netting- und Darlehensvereinbarungen an, soweit dies nach lokalen handels- und steuerrechtlichen Vorschriften möglich und sinnvoll ist. Auf Konzernebene werden sämtliche Finanzgeschäfte mit einer zentralen Treasury-Software erfasst und von der WILO SE überwacht. Dies ermöglicht einen Risikoausgleich zwischen den Einzelgesellschaften.

Im Rahmen ihrer langfristigen Finanzierungsverträge hat sich die Wilo Gruppe dazu verpflichtet, bestimmte marktübliche Finanzkennzahlen (Financial Covenants) einzuhalten. Werden bestimmte Mindestwerte unterschritten, berechtigt dies die Kreditgeber unter anderem eine vorzeitige Rückzahlung zu verlangen. Eine Nichteinhaltung der vereinbarten Mindestwerte hätte damit potenziell hohe finanzielle Auswirkungen. Diese Kennzahlen werden regelmäßig überprüft, geplant und an den Vorstand der WILO SE berichtet, um stets die geforderten Mindestwerte einhalten und bei Bedarf frühzeitig geeignete Maßnahmen einleiten zu können. Aufgrund der hohen Eigenkapitalausstattung und Profitabilität geht die Wilo Gruppe unverändert davon aus, die geforderten Mindestwerte während der Laufzeit der bestehenden Finanzierungen einhalten zu können.

Die Wilo Gruppe hält den Eintritt von Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken aufgrund der zur Verfügung stehenden liquiden Mittel und Kreditlinien, der Finanzierungsstruktur sowie des Geschäftsmodells für unwahrscheinlich. Die finanziellen Auswirkungen auf den Konzern werden als niedrig eingeschätzt.

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