Finanzlage

Investitionen

Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Mio. EUR auf 109,5 Mio. EUR und markierten damit einen neuen historischen Höchststand. Die Investitionstätigkeit war entsprechend des strategischen Ziels eines langfristig profitablen Wachstums erneut vor allem auf die Weiterentwicklung von Kapazitäten und Strukturen in Herstellung und Vertrieb sowie auf die Implementierung neuer Technologien ausgerichtet. Kernpunkte im Berichtsjahr waren die zielgerichtete Erweiterung und laufende Modernisierung von Produktionskapazitäten, der Aufbau von Strukturen im Rahmen der digitalen Transformation, neue Fertigungstechnologien sowie der Neu- und Ausbau von Vertriebs- und Produktionsstandorten.

Auf die Modernisierung und Anpassung der Produktionskapazitäten an den wichtigen europäischen Standorten in Deutschland und Frankreich entfiel auch im Berichtsjahr ein Großteil der Investitionstätigkeit. Am Hauptsitz der Wilo Gruppe in Dortmund entsteht in den kommenden Jahren im Rahmen des strategischen Standortentwicklungsprojekts unter anderem eine hochmoderne intelligente Fertigungsstätte (Smart Factory), in der wesentliche Elemente der Vision Industrie 4.0 verwirklicht werden sollen. Im Berichtsjahr wurden dazu weitere Grundstücke erworben und die bauvorbereitenden Maßnahmen fortgeführt. Im Oktober 2016 erfolgte mit einem symbolischen Spatenstich der offizielle Baustart für die neue Smart Factory. Neben den Investitionen in das Standortentwicklungsprojekt wurden unter Berücksichtigung der aktuellen und künftigen Veränderung des Produktportfolios Investitionen in dafür angepasste Produktionskapazitäten getätigt. So wurde unter anderem in neue, moderne Fertigungsanlagen für die innovative Pumpe Wilo-Stratos MAXO investiert. Darüber hinaus entfiel ein großer Teil der Investitionen auf den Ausbau der IT-Infrastruktur im Zuge der digitalen Transformation. Entwicklungskosten einschließlich Fremdkapitalzinsen wurden in Höhe von 18,5 Mio. EUR aktiviert.

Nach kräftiger Investitionstätigkeit in den Schwellenländern in den vergangenen Jahren betrugen 2016 die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten an den Standorten in Deutschland und Frankreich insgesamt 86,9 Mio. EUR. Dies entspricht fast 80 % der Gesamtinvestitionen der Wilo Gruppe im Berichtsjahr und reflektiert die große Bedeutung der westeuropäischen Standorte für die strategische Ausrichtung der Wilo Gruppe. Mit den zukunftsorientierten Investitionen werden diese Standorte bewusst weiter gestärkt.

Ein weiterer Teil der Investitionen bezog sich auf die Errichtung der neuen Produktionsstätte einschließlich Vertriebs- und Verwaltungsgebäuden in Russland. 2016 wurden dafür Investitionen in Höhe von 6,5 Mio. EUR getätigt. Damit wurden die geplanten Baumaßnahmen an diesem Standort abgeschlossen. Insgesamt betrug das Investitionsvolumen in Russland einschließlich Produktionsmitteln rund 35 Mio. EUR. Im Juni 2016 nahm die neue Niederlassung in der Nähe Moskaus den Betrieb auf. Wilo trägt mit dieser Investition sowohl dem mittel- bis langfristig erwarteten überdurchschnittlichen Wachstum als auch der Größe und hohen Bedeutung des russischen Marktes Rechnung. Zur Reduzierung von Risiken durch mögliche politische Einflussnahmen, die sich negativ auf das künftige Geschäft auswirken könnten, wurden adäquate Maßnahmen getroffen.

In den vergangenen Jahren hat die Wilo Gruppe mit dem Ausbau der Produktions- und Vertriebsstandorte in den expansionsstarken Märkten Korea, China, Indien, Türkei und nun auch Russland gezielt Voraussetzungen geschaffen, um an dem großen Wachstumspotenzial in diesen Märkten partizipieren zu können. 2016 wurde weiter in die Vertriebsinfrastrukturen in Südostasien, Afrika und Lateinamerika investiert und die Basis für ein beschleunigtes Wachstum außerhalb der etablierten Märkte in Europa weiter ausgebaut.

Neben den Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen hat die WILO SE 2016 sämtliche Anteile an der GVA Gesellschaft für Verfahren der Abwassertechnik mbH & Co. KG zu Anschaffungskosten in Höhe von 3,5 Mio. EUR erworben und diese zur WILO GVA GmbH umfirmiert. Aus dem Erwerb resultierte ein derivativer Firmenwert in Höhe von 1,2 Mio. EUR. Mit dieser Übernahme hat die Wilo Gruppe ihre Position im Abwasserbereich verbessert und ihre Applikationskompetenz ausgebaut.

Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (ohne Geschäfts- oder Firmenwerte) und Sachanlagen der Geschäftsjahre 2016 und 2015 teilten sich folgendermaßen auf:


Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Mio. EUR 2016 2015 Veränderung
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte 31,6 25,3 6,3
Grundstücke und Bauten 18,5 17,7 0,8
Technische Anlagen und Bauten 7,6 8,9 -1,3
Betriebs- und Geschäftsausstattung 22,4 20,7 1,7
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 29,4 33,8 -4,4
Sachanlageinvestitionen 77,9 81,1 -3,2
Gesamt 109,5 106,4 3,1

Cashflow und Liquidität

Im Geschäftsjahr 2016 erhöhte sich der positive Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit um 5,1 Mio. EUR auf 137,4 Mio. EUR und erreichte damit ebenfalls einen neuen Höchstwert. Der Vorjahreswert des operativen Cashflows war insbesondere durch eine erhebliche liquiditätswirksame Verminderung der erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen sowie durch einen Rückgang der sonstigen Verbindlichkeiten stark negativ geprägt. Die sonstigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten veränderten sich 2016 im Gegensatz dazu im Saldo leicht positiv. Die um 2,2 Mio. EUR verminderten Ertragsteuerzahlungen sowie negative Währungseffekte, die im operativen Cashflow eliminiert werden, trugen ebenfalls zur Verbesserung des Cashflows aus operativer Geschäftstätigkeit bei.

Im Rahmen der Investitionstätigkeit stieg die Mittelverwendung im Geschäftsjahr 2016 auf 107,6 Mio. EUR. Im Vergleich zum Vorjahr war dies eine Erhöhung um 2,6 Mio. EUR. Im Berichtsjahr verringerten sich die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen leicht um 3,1 Mio. EUR, während sich die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte um 5,6 Mio. EUR erhöhten. Darüber hinaus flossen im Rahmen des Erwerbs der GVA Gesellschaft für Verfahren der Abwassertechnik mbH & Co. KG Zahlungsmittel in Höhe von 3,5 Mio. EUR ab.

Der negative Cashflow aus Finanzierungstätigkeit hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 8,2 Mio. EUR auf 18,6 Mio. EUR erhöht. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen die Tilgung der im Berichtsjahr abgelösten Schuldverschreibung in Höhe von 40,0 Mio. USD. Ferner wurden 2016 Dividenden in Höhe von 4,0 Mio. EUR ausgezahlt, während im Vorjahr keine Ausschüttung erfolgte. Liquiditätserhöhend wirkte sich der Verkauf eigener Anteile aus, der zu Einzahlungen in Höhe von 21,2 Mio. EUR führte. Darüber hinaus verbesserte sich der negative Saldo aus Zinseinnahmen und -ausgaben um 1,7 Mio. EUR auf 5,6 Mio. EUR.

Die einzelnen Cashflows stellten sich in den Geschäftsjahren 2016 und 2015 wie folgt dar:


Finanzlage

Mio. EUR 2016 2015 Veränderung
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit 137,4 132,3 5,1
Cashflow aus Investitionstätigkeit -107,6 -105,0 -2,6
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -18,6 -10,4 -8,2

Zahlungswirksame Veränderung der Liquidität

Zahlungsmittel am Ende des Geschäftsjahres

11,2

178,3

16,9

165,8

-5,7

12,5

Free Cashflow 24,2 19,9 4,3

Trotz der auf Rekordniveau gestiegenen Investitionen generierte die Wilo Gruppe im Geschäftsjahr 2016 erneut einen positiven Free Cashflow in Höhe von 24,2 Mio. EUR, ermittelt als Differenz zwischen den Cashflows aus operativer Geschäfts- und Investitionstätigkeit unter Berücksichtigung der Zinseinnahmen und -ausgaben sowie der erhaltenen Dividenden. Diese erwirtschafteten Finanzmittel stehen der Wilo Gruppe zur Bedienung der Kapitalgeber zur Verfügung. Die Wilo Gruppe verfügt damit weiterhin über eine sehr hohe Eigenfinanzierungskraft.

Einschließlich positiver Währungskurseffekte in Höhe von 1,3 Mio. EUR erhöhte sich der Bestand an liquiden Mitteln zum 31. Dezember 2016 um 12,5 Mio. EUR auf 178,3 Mio. EUR.

Finanzmanagement

Ziel des Finanzmanagements ist es, die finanzielle Unabhängigkeit des Unternehmens zu wahren, jederzeit Liquidität sicherzustellen sowie die operative Geschäftstätigkeit der Wilo Gruppe zu unterstützen. Zusätzlich zum operativen Cashflow steht der Wilo Gruppe dafür weiterhin ein ausreichender Finanzierungsrahmen von international aufgestellten Kreditinstituten zur Verfügung, der aus kurz- und mittelfristigen Barkreditlinien mit einem Umfang von unverändert mehr als 200 Mio. EUR besteht. Darin enthalten ist ein 2013 abgeschlossener und an die Bedürfnisse und zukünftigen Herausforderungen angepasster Konsortialkreditvertrag in Höhe von 120,0 Mio. EUR mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Zum 31. Dezember 2016 wurden Barkreditlinien in Höhe von 15,3 Mio. EUR in Anspruch genommen. Die Wilo Gruppe betreibt ein aktives Portfolio-Management in Bezug auf die Herkunft, Art und Fristigkeit des Fremdkapitals. Im Vordergrund der Finanzierungspolitik stehen dabei sowohl Rendite- als auch Sicherheitsziele.

Im Geschäftsjahr 2016 hat die Wilo Gruppe planmäßig Finanzschulden in Höhe von 39,2 Mio. EUR getilgt. Die Rückzahlung betraf die Tilgung einer Schuldverschreibung in Höhe von 40,0 Mio. USD sowie die jährliche Tilgung bestehender Schuldscheindarlehen. Sämtliche Rückzahlungen wurden im Wesentlichen aus dem operativen Cashflow des Berichtsjahres finanziert.

Die Finanzschulden der Wilo Gruppe sanken somit zum 31. Dezember 2016 um 30 Mio. EUR auf 137,3 Mio. EUR. Sie bestehen im Wesentlichen aus Schuldverschreibungen in Höhe von 75,0 Mio. EUR und 37,0 Mio. EUR. Die Schuldverschreibungen wurden in den Jahren 2011 und 2013 im Rahmen von US-Privatplatzierungen von der WILO SE begeben. Sie sind 2021 und 2023 endfällig und wurden im Rahmen einer Private-Shelf-Facility (unverbindliche Fremdkapitalzusage) begeben. Die Private-Shelf-Facility in Höhe von 150,0 Mio. USD wurde vollständig genutzt. Des Weiteren besteht ein Schuldscheindarlehen in Höhe 25,0 Mio. EUR, das im Jahr 2011 aufgenommen wurde und bis 2020 ratierlich getilgt wird. Dieses Schuldscheindarlehen valutierte zum 31. Dezember 2016 mit 10,0 Mio. EUR (Vorjahr: 12,5 Mio. EUR). Darüber hinaus bestanden gegenüber Kreditinstituten kurzfristige Kontokorrentverbindlichkeiten im Volumen von 15,3 Mio. EUR (Vorjahr: 6,1 Mio. EUR).

Die WILO SE geht aus heutiger Sicht davon aus, die Tranchen der Schuldverschreibungen und Schuldscheindarlehen bei ihrer jeweiligen Fälligkeit aus dem geplanten operativen Cashflow und ggf. durch Refinanzierungsmaßnahmen bedienen zu können. Sie hat keine Erkenntnisse darüber, dass die unsichere Lage des weltweiten Konjunktur- und Finanzmarktumfelds wesentliche negative Auswirkungen auf die Finanzierungstätigkeit der Wilo Gruppe haben wird. Zum 31. Dezember 2016 betrug der Bestand an liquiden Mitteln 178,3 Mio. EUR (Vorjahr: 165,8 Mio. EUR). Somit wies die Wilo Gruppe als Nettofinanzposition (Finanzschulden abzüglich liquide Mittel) einen Liquiditätsüberschuss in Höhe von 41,0 Mio. EUR aus und war damit nettoschuldenfrei. Der Verschuldungsgrad der Wilo Gruppe als Verhältnis von Nettofinanzposition zum konsolidierten EBITDA verminderte sich von 0,01 am Vorjahresende auf -0,26 zum 31. Dezember 2016.

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