Branchenwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Neben der allgemeinen volkswirtschaftlichen Entwicklung einzelner Staaten und Regionen beeinflussen unter anderem die Bau– und Sanitärwirtschaft die wirtschaftliche Entwicklung der Wilo Gruppe im besonderen Maße. Die Entwicklung dieser Branchen im Geschäftsjahr 2016 wird im Folgenden dargestellt. Die länderspezifische Abgrenzung der Regionen ist an die Segmentberichterstattung der Wilo Gruppe angelehnt.

Bauwirtschaft mit Wachstumsschub in Westeuropa

Der aktuellen Schätzung des Branchennetzwerks Euroconstruct und des ifo Instituts zufolge wuchs die Bauproduktion in Europa 2016 real um 2,0 %. Positiv war die Entwicklung in Westeuropa mit einem Plus von 2,4 % nach 1,6 % im Vorjahr. In Osteuropa sank die Bauproduktion infolge geringerer Infrastrukturprojekte der Europäischen Union um 3,3 % (Vorjahr: +5,5 %). Sehr kräftiges Wachstum erzielten Irland, Skandinavien und die Niederlande. Frankreichs Bauwirtschaft kehrte nach mehrjähriger Kontraktion auf einen Expansionspfad zurück. Belebtes Wachstum verzeichneten Italien, Belgien und Österreich. Die Impulse für die europäische Bauwirtschaft kamen im Wesentlichen vom Wohnungsbau mit einer Steigerung von 3,9 %. Der Neubau verzeichnete höhere Wachstumsraten, Instandhaltung und Modernisierung entwickelten sich ebenfalls sehr lebhaft. Der Wirtschaftsbau wuchs hingegen nur moderat, der Tiefbau war rückläufig.

Nach Daten des Statistischen Bundesamts haben sich die Bauinvestitionen in Deutschland 2016 mit einem Plus von real 3,1 % kräftig belebt (Vorjahr: 0,3 %). Laut dem IfW stiegen die Investitionen im Wohnungs- und öffentlichen Bau mit 4,1 % bzw. 4,3 % sehr stark an. Nur im Wirtschaftsbau gingen sie mit 0,5 % nochmals leicht zurück.

Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sind 2016 im Wohnungsbereich das Neubauvolumen um 11,2 % auf 64,9 Mrd. EUR sowie die Bauleistung an bestehenden Gebäuden (Um- / Ausbau, Instandhaltung) um 3,1 % auf 134,9 Mrd. EUR sehr kräftig gestiegen. Das Wohnungsbauvolumen legte insgesamt um 5,6 % zu. Auch der gewerbliche und öffentliche Bau ist 2016 nach dem Stillstand im Vorjahr mit 2,3 % auf 91,6 Mrd. EUR wieder gewachsen. Der gesamte Hochbau wird trotz der kräftigen Belebung im Neubau weiterhin dominiert durch den Aus- und Umbau sowie die Instandsetzung und Modernisierung von Bestandsgebäuden. Dieses Bauvolumen ist in etwa doppelt so hoch wie die Neubauinvestitionen. Laut Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft und ifo Institut verzeichnete die Sanitärbranche in diesem Umfeld den siebten Umsatzanstieg in Folge. 2016 wurde ein Zuwachs von voraussichtlich rund 3 % auf 23,7 Mrd. EUR erzielt. In der Wärme- und Klimatechnik setzten sich laut Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie vor allem moderne Flächenheiz- und Kühlsysteme mit einem Absatzplus von rund 12 % weiter durch.

Asiens Bauwirtschaft weiter im Aufwind

Die chinesische Bauwirtschaft hat 2016 die zweijährige Talsohle durchschritten. Die Gebäudeinvestitionen stiegen nach Daten des Statistikamts NBS bezogen auf die Fläche um 3,2 %. Etwa zwei Drittel des Investitionsvolumens entfielen auf Wohngebäude. Hier wurde ein moderates Flächenwachstum im Neubau von 1,9 % erreicht. Daneben stiegen auch die Renovierungs- und Sanierungsausgaben. Hohe Investitionszuwächse waren bei Büroimmobilien und Gewerbebauten mit einem Flächenzuwachs von 6,0 % bzw. 4,5 % zu verzeichnen.

Das Wachstum der indischen Bauproduktion hat sich nach einem dynamischen Start bis Ende 2016 auf unter 5 % abgeschwächt. Getragen wird die Bauwirtschaft von hohen Investitionen in die Infrastruktur, inklusive Wasserwirtschaft. Trotz signifikanter Wohnungsnot besteht nur eine niedrige Nachfrage nach Wohnraum, da die Immobilienpreise seit längerem massiv gestiegen sind. Der Druck auf den Immobilienmarkt setzte sich 2016 somit fort. Im ersten Halbjahr wurden 8,6 % weniger Wohnungen als im Vorjahresvergleichszeitraum fertiggestellt.

Koreas Bauwirtschaft verzeichnete 2016 einen kräftigen Boom, befeuert durch niedrige Zinsen und staatliche Bauprojekte. Laut Notenbank stiegen die Bauinvestitionen real um 10,5 % ( Vorjahr: 3,9 %).

In Südostasien ist die Bauwirtschaft 2016 auf breiter Basis weitergewachsen. Treiber waren die substanziellen Investitionen in die Infrastruktur Thailands, Indonesiens, Malaysias und der Philippinen. Ausnahmen waren der indonesische und malaysische Hochbau.

Russlands Bau zuletzt stabilisiert – Türkei mit Einbruch im Sommer

Die Bauwirtschaft in Russland litt 2016 unter der rezessionsbedingt schwachen Binnennachfrage, der angespannten Lage des Staatshaushalts und den schwierigen Finanzierungsbedingungen für private Investitionen. Nach Daten des Statistikamts Rosstat sank die Bauproduktion in den ersten elf Monaten 2016 um 4,3 %, dabei im Wohnungsbau um 6,5 %. Zum Jahresende stabilisierte sich die Entwicklung auf niedrigem Niveau. Nach VDMA-Angaben verzeichnete der Tiefbau besonders hohe Einbrüche. Relativ stabil waren dagegen sowohl der Hochbau im Bereich des bezahlbaren Wohnraums als auch der Markt für Heiz-, Wärme- und Wassertechnik. Zinssubventionen unterstützten diese Entwicklung.

Nach einer zunächst robusten Entwicklung hat sich die Baukonjunktur in der Türkei infolge des Putschversuchs und der nachfolgenden Umwälzungen abgeschwächt. Gemäß dem Statistikamt TurkStat betrug der Rückgang der Bauproduktion im dritten Quartal insgesamt real 4,2 %, dabei im Hochbau 4,7 %.

Im Nahen Osten und in Nordafrika überschatteten die politischen und wirtschaftlichen Krisen vielfach die Bauwirtschaft. Positive Ausnahmen waren infolge der fortschreitenden Urbanisierung unter anderem der private Hochbau im Großraum Lagos in Nigeria sowie der Wohnungsbau in Südafrika.

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