(7.) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die im Vorjahr angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden grundsätzlich beibehalten, Erläuterungen zur erstmaligen Anwendung von neuen oder geänderten Standards und Interpretationen finden sich unter Angabe (3.). In der Bilanz wird zwischen kurzfristigen und langfristigen Posten unterschieden. Ein Vermögenswert oder eine Verbindlichkeit ist kurzfristig, wenn seine bzw. ihre Realisation innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag zu erwarten ist.

ANNAHMEN UND SCHÄTZUNGEN Die Aufstellung des Konzernabschlusses unter Beachtung der Standards des IASB erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet werden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualforderungen und -verbindlichkeiten auswirken.

Im Wesentlichen sind die nachfolgenden Sachverhalte von Annahmen und Schätzungen betroffen:

  • Beurteilung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte
  • Beurteilung der Werthaltigkeit der aktivierten Entwicklungskosten
  • Bewertung immaterieller Vermögenswerte sowie von Gegenständen des Sachanlagevermögens
  • Beurteilung der Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
  • Ansatz und Bewertung von Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen
  • Ansatz und Bewertung sonstiger Rückstellungen

Im Rahmen des Werthaltigkeitstests der Geschäfts- oder Firmenwerte wird der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten durch den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten oder den höheren Nutzungswert bestimmt. Dabei spiegelt der beizulegende Zeitwert die bestmögliche Schätzung des Betrags wider, für den ein unabhängiger Dritter die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten am Bilanzstichtag erwerben würde. Der Nutzungswert ist der Barwert der geschätzten künftigen Cashflows, die aus der zahlungsmittelgenerierenden Einheit erwartet werden.

Die Wilo Gruppe stellt bei dem Werthaltigkeitstest der Geschäfts- und Firmenwerte auf den Nutzungswert ab und bestimmt diesen mittels der Discounted-Cashflow-Methode. Den diskontierten Zahlungsströmen liegt die strategische Planung für einen Zeitraum von fünf Jahren zugrunde.

Die Prognosen der Zahlungsströme berücksichtigen Erfahrungen der Vergangenheit und basieren auf der besten von der Unternehmensführung vorgenommenen Einschätzung künftiger Entwicklungen. Zahlungsströme jenseits der Planungsperiode werden unter Anwendung bereichsspezifischer Wachstumsraten extrapoliert.

Die wichtigsten Annahmen, auf denen die Ermittlung des Nutzungswerts basiert, beinhalten diskontierte Zahlungsströme, geschätzte Wachstumsraten, gewichtete durchschnittliche Kapitalkostensätze und Steuersätze. Diese Schätzungen sowie die zugrunde liegende Methodik können einen erheblichen Einfluss auf die jeweiligen Werte und letztlich auf die Höhe einer möglichen Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts haben. Die Wilo Gruppe weist zum Bilanzstichtag Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 64.336 TEUR ( Vorjahr: 62.962 TEUR) aus. Weitere Informationen werden unter den Absätzen „Immaterielle Vermögenswerte“ und „Wertminderungen von Vermögenswerten“ (Angabe (7.) des Konzernanhangs) sowie unter der Angabe (9.1) des Konzernanhangs gegeben.

Bei immateriellen Vermögenswerten sowie Gegenständen des Sachanlagevermögens unterliegt die konzerneinheitliche Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern der Einschätzung der Unternehmensführung. Außerdem wird im Rahmen eines Werthaltigkeitstests, sofern erforderlich, der erzielbare Betrag des Vermögenswerts beziehungsweise der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der der Vermögenswert zugeordnet wurde, aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten oder dem höheren Nutzungswert bestimmt.

Dabei spiegelt der beizulegende Zeitwert die bestmögliche Schätzung des Betrags wider, für den ein unabhängiger Dritter den Vermögenswert am Bilanzstichtag erwerben würde. Zur Ermittlung des Nutzungswerts sind die diskontierten künftigen Cashflows des betreffenden Vermögenswerts zu bestimmen. Die Schätzung der diskontierten künftigen Cashflows beinhaltet wesentliche Annahmen, z.B. den Diskontierungszinssatz. Obwohl die Unternehmensführung davon ausgeht, dass die Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Einschätzungen der diskontierten künftigen Cashflows und die Schätzungen der relevanten erwarteten Nutzungsdauern angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder Umstände eine Veränderung der Analyse erforderlich werden. Hieraus könnten in der Zukunft zusätzliche Wertminderungen resultieren, falls sich die von der Unternehmensführung identifizierten Trends umkehren oder sich die Annahmen und Schätzungen als falsch erweisen sollten. Die Wilo Gruppe weist zum Bilanzstichtag Sachanlagen in Höhe von 341.794 TEUR (Vorjahr: 306.808 TEUR) aus.

Weitere Informationen werden unter den Absätzen „Immaterielle Vermögenswerte“, „Sachanlagen“ und „Wertminderungen von Vermögenswerten“ (Angabe (7.) des Konzernanhangs) sowie unter den Angaben (9.1) und (9.2) des Konzernanhangs gegeben.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen können sich Bonitäts- und Ausfallrisiken insoweit ergeben, als dass Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen und dadurch Vermögensverluste auftreten. Die Ermittlung der erforderlichen Wertberichtigungen erfolgt unter Berücksichtigung der Kreditwürdigkeit des jeweiligen Kunden, vorliegender Sicherheiten sowie Erfahrungen aufgrund historischer Ausfallraten.

Der tatsächliche Zahlungsausfall der Kunden kann von dem erwarteten Zahlungsausfall aufgrund der zugrunde gelegten Einflussfaktoren abweichen. Die Wilo Gruppe hat zum Bilanzstichtag Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von insgesamt 20.721 TEUR (Vorjahr: 17.018 TEUR) gebildet. Weitere Informationen werden unter dem Absatz „Finanzielle Vermögenswerte“ (Angabe (7.) des Konzernanhangs) sowie unter der Angabe (9.6) des Konzernanhangs gegeben.

Für den Ansatz und die Bewertung sonstiger Rückstellungen werden die Höhe und die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme geschätzt. Die Bewertung erfolgt auf der Grundlage des Erfüllungsbetrags mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit oder bei Gleichverteilung der Eintrittswahrscheinlichkeiten mit dem Erwartungswert der Erfüllungsbeträge. Die Höhe der tatsächlichen Inanspruchnahme kann von den Schätzungen abweichen. Die Wilo Gruppe weist im Wesentlichen Rückstellungen für mögliche Gewährleistungsfälle und Rückstellungen für Boni und Rückvergütungen an Kunden unter den sonstigen Rückstellungen aus. Insgesamt werden sonstige Rückstellungen in Höhe von 47.214 TEUR (Vorjahr: 44.928 TEUR) zum Bilanzstichtag ausgewiesen. Weitere Informationen werden unter dem Absatz „Sonstige Rückstellungen“ (Angabe (7.) des Konzernanhangs) und unter der Angabe (9.17) des Konzernanhangs gegeben.

Der Berechnung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses liegen Schlüsselprämissen, darunter Diskontierungszinssätze, Gehaltstrends, Lebenserwartungen und Trendannahmen zur medizinischen Versorgung, zugrunde. Die angesetzten Diskontierungszinssätze werden auf Grundlage der Renditen bestimmt, die am Ende des Berichtszeitraums für Staatsanleihen mit entsprechender Laufzeit und Währung erzielt werden. Aufgrund der schwankenden Markt- und Wirtschaftslage können die zugrunde gelegten Prämissen von der tatsächlichen Entwicklung abweichen. Das kann wesentliche Auswirkungen auf die Verpflichtungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses haben. Die hieraus resultierenden Differenzen werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Weitere Informationen werden unter dem Absatz „Pensionen und ähnliche Verpflichtungen“ (Angabe (7.) des Konzernanhangs) und unter Angabe (9.16) des Konzernanhangs gegeben.

Die Annahmen und Schätzungen basieren jeweils auf dem aktuellen Kenntnisstand und den aktuell verfügbaren Daten. Die tatsächliche Entwicklung kann von den Schätzungen abweichen. Wenn die tatsächlichen Beträge von den geschätzten abweichen, werden die Buchwerte der relevanten Vermögenswerte und Schulden entsprechend angepasst.

ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind Ermessensentscheidungen zu treffen. Dies gilt insbesondere für folgende Sachverhalte:

  • Finanzielle Vermögenswerte sind in die Kategorien „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte“, „Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen“, „Kredite und Forderungen“ und „Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“ einzuordnen.
  • Die Bildung und Abgrenzung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten untereinander, die im Rahmen der Werthaltigkeitstests für Geschäfts- oder Firmenwerte erforderlich ist, erfolgt nach Produkten sowie Anwendungen und obliegt gewissen Ermessensentscheidungen der Unternehmensführung.
  • Im Rahmen des Einsatzes von Derivaten zur wirtschaftlichen Minimierung von Finanzrisiken aus Grundgeschäften ist zu entscheiden, ob Hedge Accounting im Sinne des IAS 39 angewendet und damit die Sicherungsbeziehung auch bilanziell abgebildet werden soll.

AUFWANDS- UND ERTRAGSREALISIERUNG Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt grundsätzlich erst dann, wenn die Leistungen erbracht bzw. die Waren oder Erzeugnisse geliefert worden sind und die damit verbundenen wesentlichen Chancen und Risiken auf die Kunden übergegangen sind. Die Umsatzerlöse sind abzüglich Skonti, Preisnachlässen, Kundenboni und Rabatten dargestellt. In den Herstellungskosten sind die zur Erzielung der Umsatzerlöse angefallenen Einzel- und Gemeinkosten einschließlich der Abschreibungen auf Produktionsanlagen ausgewiesen. In dieser Position sind auch die Kosten der Dotierung von Rückstellungen für Gewährleistung enthalten. Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam. Zinserträge und Zinsaufwendungen werden periodengerecht erfasst.

VERWALTUNGS- UND VERTRIEBSKOSTEN In den Verwaltungskosten und den Vertriebskosten sind neben den zurechenbaren Personal- und Sachkosten die auf den jeweiligen Bereich entfallenden Abschreibungen enthalten.

FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN Entwicklungskosten werden als immaterielle Vermögenswerte mit den Herstellungskosten aktiviert und über die Nutzungsdauer abgeschrieben, sofern die in IAS 38 beschriebenen Aktivierungsvoraussetzungen kumulativ erfüllt sind. Entwicklungskosten, die nicht die Aktivierungsvoraussetzungen gemäß IAS 38 erfüllen, werden ebenso wie Forschungskosten aufwandswirksam in einer eigenen Position innerhalb der Gewinnund Verlustrechnung ausgewiesen. Im Berichtsjahr wurden Entwicklungskosten in Höhe von 18.510 TEUR (Vorjahr: 19.970 TEUR) aktiviert, davon waren 1.290 TEUR (Vorjahr: 675 TEUR) aktivierte Fremdkapitalkosten.

FREMDKAPITALKOSTEN Fremdkapitalkosten werden aufwandswirksam erfasst, sofern sie sich nicht direkt auf den Erwerb, die Erstellung oder Produktion von qualifizierten Vermögenswerten beziehen.

Ist dieser Bezug gegeben, so werden diese direkten Fremdkapitalkosten als Anschaffungsnebenkosten des qualifizierten Vermögenswerts aktiviert. Qualifizierte Vermögenswerte sind Vermögenswerte, die einen längeren Zeitraum benötigen, bis sie genutzt oder verkauft werden können. Im Geschäftsjahr 2016 wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 1.290 TEUR (Vorjahr: 675 TEUR) aktiviert. Diese entfallen ausschließlich auf die aktivierten Entwicklungskosten. Der Fremdkapitalkostensatz, der bei der Bestimmung der aktivierbaren Fremdkapitalkosten zugrunde gelegt wird, betrug im Berichtsjahr 3,42 % (Vorjahr: 3,77 %).

IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte mit einer begrenzten Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer (innerhalb der Wilo Gruppe drei bis fünf Jahre) linear abgeschrieben.

Die Abschreibungen des Geschäftsjahres wurden den entsprechenden Funktionsbereichen zugeordnet. Geschäftsoder Firmenwerte werden gemäß IFRS 3 bzw. IAS 38 in Verbindung mit IAS 36 nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich sowie bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) unterzogen. Sofern der Werthaltigkeitstest eine Wertminderung zur Folge hat, wird die Wertminderung auf den Geschäfts- oder Firmenwert unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Sobald die Vorausetzungen gemäß IAS 38 vorliegen, werden Entwicklungskosten mit einer begrenzten Nutzungsdauer aktiviert und planmäßig über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer (innerhalb der Wilo Gruppe zehn Jahre) linear abgeschrieben.

SACHANLAGEN  Materielle Vermögenswerte, die im Geschäftsbetrieb länger als ein Jahr genutzt werden, sind mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten umfassen den Kaufpreis und alle bis zur Betriebsbereitschaft direkt zurechenbaren Kosten. Die zugrunde gelegten Nutzungsdauern spiegeln den betriebsgewöhnlichen Werteverzehr der Vermögenswerte wider.

Für Gebäude werden Nutzungsdauern zwischen 10 und 60 Jahren zugrunde gelegt, Bauten und Einbauten auf fremden Grundstücken werden entsprechend der Laufzeit der Mietverträge bzw. einer niedrigeren Nutzungsdauer abgeschrieben. Als Nutzungsdauer für technische Anlagen und Maschinen werden bis zu 14 Jahre angesetzt. Betriebs- und Geschäftsausstattung wird bei normaler Beanspruchung über 3 bis 13 Jahre abgeschrieben. Wesentliche Vermögenswerte werden bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen des IAS 16 gemäß des „Component Approach“ bilanziert. Die Abschreibungen des Geschäftsjahres werden den entsprechenden Funktionsbereichen zugeordnet.

ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Voraussetzung für eine solche Klassifizierung ist, dass der Vermögenswert bzw. die Veräußerungsgruppe im gegenwärtigen Zustand sofort veräußerbar und eine Veräußerung sehr wahrscheinlich ist. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte werden nicht mehr abgeschrieben, sondern mit ihrem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet, sofern dieser niedriger ist als der Buchwert.

LEASING Wilo verleast selbst keine Gegenstände, sondern tritt ausschließlich als Leasingnehmer auf. Liegen die Voraussetzungen des IAS 17 für eine Klassifizierung als Finanzierungsleasing vor, werden die jeweiligen Sachanlagen zum niedrigeren Wert aus beizulegendem Zeitwert oder Barwert der Mindestleasingzahlungen aktiviert und linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer oder über die kürzere Laufzeit des Leasingvertrags abgeschrieben, sofern der Leasinggegenstand nach Beendigung des Leasingvertrags nicht vom Leasingnehmer übernommen wird. In diesem Falle wird die wirtschaftliche Nutzungsdauer zugrunde gelegt. Bei erstmaliger Bilanzierung von Finanzierungsleasing gemäß IAS 17 entsprechen sich der aktivierte Betrag und die passivierte Verbindlichkeit. Die geleasten Gegenstände werden nach Ablauf der Grundmietzeit an den Leasinggeber zurückgegeben.

Soweit konsolidierte Gesellschaften als Leasingnehmer im Rahmen von Operating-Leasing-Verhältnissen auftreten, werden Leasingraten bzw. Mietzahlungen linear über die Leasingdauer in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

WERTMINDERUNGEN VON VERMÖGENSWERTEN An jedem Bilanzstichtag erfolgt eine Einschätzung darüber, ob ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden auf Wertminderungsbedarf geprüft, wenn Hinweise darauf vorliegen, dass der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert.

Der Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) für Geschäftsoder Firmenwerte wird einmal im Geschäftsjahr im Rahmen der Jahresabschlusserstellung zum Bilanzstichtag durchgeführt. Darüber hinaus werden Geschäfts- oder Firmenwerte einem Impairment-Test unterzogen, sofern Anzeichen für eine Wertminderung erkennbar werden. Im Rahmen des Impairment-Tests wird der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten durch den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten oder den höheren Nutzungswert bestimmt. Dabei spiegelt der beizulegende Zeitwert die bestmögliche Schätzung des Betrags wider, für den ein unabhängiger Dritter die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten am Bilanzstichtag erwerben würde. Der Nutzungswert ist der Barwert der geschätzten künftigen Cashflows, die aus der fortgesetzten Nutzung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit erwartet werden können.

Der Ermittlung des erzielbaren Betrags auf Basis der Discounted-Cashflow-Methode liegen die genehmigten Planungen zugrunde, die auf der strategischen Planung für eine Periode von fünf Jahren basieren. Ein angemessener bereichsspezifischer Wachstumsfaktor wird berücksichtigt. Grundlage für diese Planungen sind die Erfahrungen der Vergangenheit sowie die Erwartungen über die künftige Marktentwicklung. Die Produktbereiche der Wilo Gruppe („Divisionen“) werden nach Produktgruppen und Anwendungen getrennt und bilden die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Bei der Wilo Gruppe bilden die „Divisionen“ der Produktbereiche Heating, Ventilation, Air-Conditioning sowie Clean and Waste Water die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten.

Der Impairment-Test für die Geschäfts- oder Firmenwerte, der im Geschäftsjahr 2016 durchgeführt worden ist, hat ergeben, dass kein Abwertungsbedarf bestand.

Für den Impairment-Test werden die Geschäfts- oder Firmenwerte sowie alle anderen Vermögenswerte den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet und dem Nutzungswert der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit gegenübergestellt. Ist der Nutzungswert kleiner als die Summe der Buchwerte des Geschäfts- oder Firmenwerts sowie aller anderen der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordneten Vermögenswerte abzüglich der Schulden, liegt eine Wertminderung vor, die ergebniswirksam erfasst werden muss. Dabei verringert der Wertminderungsbetrag zunächst den der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordneten Geschäftsoder Firmenwert und wird dann anteilig auf die anderen Vermögenswerte verteilt. Wertminderungen werden erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Die Wilo Gruppe stellt auf den Nutzungswert pro Division als erzielbaren Betrag im Rahmen des Werthaltigkeitstests für die Geschäfts- oder Firmenwerte ab. Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte ist auch gegeben, wenn im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse realistische Änderungen der wesentlichen Parameter, insbesondere des Diskontierungssatzes vor Steuern und der langfristigen Wachstumsrate, durchgeführt werden.

Im Folgenden werden die wichtigsten Annahmen, die im Rahmen des Werthaltigkeitstests für Geschäfts- oder Firmenwerte zur Bestimmung des Nutzungswerts pro Division herangezogen worden sind, dargestellt:

Der Diskontierungssatz, der im Rahmen des jährlichen Impairment- Tests verwendet wird, wird auf der Grundlage von Marktdaten entwickelt und beträgt im Geschäftsjahr 2016 für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten 11,6 % bzw. 12,3 % vor Ertragsteuern (Vorjahr: 11,4 % bzw. 12,1 % vor Ertragsteuern). Der langfristige Wachstumsfaktor für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten beträgt unverändert zum Vorjahr 0,1 % bzw. 0,7 %.


Geschäftsjahr 2016




Divisionsstruktur
Geschäfts-
oder
Firmenwert
in TEUR
Langfristiger
Wachstums-
faktor
in %
Diskontie-
rungssatz vor
Ertragsteuern
in %
Heating, Ventilation,
Air-Conditioning
7.640 0,1 12,3
Clean and
Waste Water
56.696 0,7 11,6

Darüber hinaus hat der Impairment-Test für die aktivierten Entwicklungskosten, der im Geschäftsjahr 2016 durchgeführt worden ist, keinen Abwertungsbedarf ergeben.

AT-EQUITY BEWERTETE BETEILIGUNGEN Unter den at-equity bewerteten Beteiligungen werden Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) ausgewiesen.

Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen die Wilo Gruppe maßgeblichen Einfluss auf finanz- und geschäftspolitische Entscheidungen ausüben kann, diese jedoch nicht beherrscht bzw. gemeinschaftlich führt.

Gemeinschaftsunternehmen beruhen auf gemeinschaftlichen Vereinbarungen, bei denen die Wilo Gruppe gemeinsam mit einem Dritten die gemeinschaftliche Führung der Vereinbarung innehat sowie Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzt.

Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bewertet. Sie werden zum Erwerbszeitpunkt zu Anschaffungskosten aktiviert. Die Anschaffungskosten enthalten dem Anteilserwerb direkt zurechenbare Transaktionskosten. Der Buchwert wird in der Folge um die dem Kapitalanteil der Wilo Gruppe entsprechenden Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Zwischengewinne oder -verluste aus Transaktionen zwischen Konzerngesellschaften und at-equity bewerteten Beteiligungen waren im abgelaufenen Geschäftsjahr von untergeordneter Bedeutung.

FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE  Die finanziellen Vermögenswerte der Wilo Gruppe setzen sich aus ausgereichten Krediten und Forderungen, erworbenen Eigenkapital- und Schuldtiteln, Zahlungsmitteln und derivativen Finanzinstrumenten mit positiven beizulegenden Zeitwerten zusammen. Innerhalb der Wilo Gruppe werden diese finanziellen Vermögenswerte unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen finanziellen Vermögenswerten und Zahlungsmitteln ausgewiesen.

Die Bilanzierung und Bewertung der finanziellen Vermögenswerte erfolgt nach den Regelungen von IAS 32, IAS 39 sowie IFRS 13. Finanzielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 32 in der Konzern-Bilanz angesetzt, wenn der Wilo Gruppe ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von einer anderen Partei zu erhalten.

Marktübliche Käufe und Verkäufe von nicht derivativen finanziellen Vermögenswerten werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert, d.h. zum Zeitpunkt der Lieferung und des Eigentumsübergangs. Derivative Finanzinstrumente werden zum Handelstag bilanziert. Der erstmalige Ansatz eines finanziellen Vermögenswerts erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Bei finanziellen Vermögenswerten, die in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt. Unverzinsliche oder unterverzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von über einem Jahr werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem Barwert der erwarteten zukünftigen Cashflows angesetzt. Für finanzielle Vermögenswerte mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr wird davon ausgegangen, dass der Zeitwert dem Nominalwert entspricht.

Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Zuordnung der finanziellen Vermögenswerte zu den nachstehenden Kategorien nach IAS 39, für die jeweils unterschiedliche Bewertungsregeln gelten:

  • Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte („Financial Assets at Fair Value through Profit and Loss“ bzw. „Financial Assets Held for Trading“ oder „FAHfT“) umfassen die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts finanzieller Vermögenswerte dieser Kategorie werden zum Zeitpunkt der Wertsteigerung bzw. Wertminderung erfolgswirksam erfasst. Dieser Kategorie werden innerhalb der Wilo Gruppe ausschließlich die nicht als Sicherungsinstrumente im Rahmen von bilanziellen Hedge-Beziehungen designierten derivativen Finanzinstrumente zugeordnet.
  • Kredite und Forderungen  („Loans and Receivables“ oder „LaR“) sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind, deren Zahlungen fest oder bestimmbar sind und die bei Zugang nicht einer anderen Kategorie zugeordnet wurden. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Dieser Bewertungskategorie werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen Forderungen, Ausleihungen und Darlehen zugeordnet. Der Zinsertrag aus Positionen dieser Kategorie wird unter Anwendung der Effektivzinsmethode ermittelt, soweit es sich nicht um kurzfristige Forderungen handelt und der Effekt aus der Aufzinsung immateriell ist.
  • Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen („Held to Maturity“ oder „HtM“) sind an einem aktiven Markt notierte, nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen und einer festen Endfälligkeit, bis zu der sie gehalten werden. Diese werden – unter Anwendung der Effektivzinsmethode – zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Wilo Gruppe weist zum 31. Dezember 2016 und 2015 keine finanziellen Vermögenswerte dieser Kategorie aus.
  • Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte  („Available for Sale“ oder „AfS“) umfassen diejenigen nicht derivativen finanziellen Vermögenswerte, die nicht einer der zuvor genannten Kategorien zugeordnet wurden. Dies sind insbesondere Eigenkapitaltitel (z.B. Aktien und andere Unternehmensbeteiligungen), welche in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthalten sind.

    Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Existiert kein notierter Preis und ist der beizulegende Zeitwert nicht hinreichend bestimmbar, werden die fortgeführten Anschaffungskosten zur Bewertung herangezogen. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Dies gilt nicht, wenn es sich um dauerhafte bzw. wesentliche Wertminderungen sowie währungsbedingte Wertänderungen von Fremdkapitalinstrumenten handelt, die abweichend hiervon erfolgswirksam erfasst werden. Erst mit dem Abgang der finanziellen Vermögenswerte werden die im sonstigen Ergebnis erfassten kumulierten Gewinne und Verluste aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. In Fällen, in denen der Marktwert von Eigenkapital- und Schuldtiteln bestimmt werden kann, wird dieser als beizulegender Zeitwert angesetzt. Existiert kein notierter Marktpreis und kann keine verlässliche Schätzung des beizulegenden Zeitwerts vorgenommen werden, werden diese finanziellen Vermögenswerte zu Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungsaufwendungen erfasst.

    Innerhalb der Wilo Gruppe bestehen die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte im Wesentlichen aus Unternehmensbeteiligungen, für die kein notierter Marktpreis existiert und deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann. Es handelt sich dabei um Anteile an nicht konsolidierten Tochtergesellschaften und assoziierten Gesellschaften, die nicht at-equity einbezogen worden sind.

Umwidmungen von Finanzinstrumenten in eine andere Bewertungskategorie lagen weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr vor.

Liegen bei finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, objektive, substanzielle Anzeichen für eine Wertminderung vor, erfolgt eine Prüfung, ob ein Wertminderungsaufwand zu erfassen ist. Dies ist der Fall, wenn der Buchwert des Vermögenswerts den Barwert der erwarteten künftigen Zahlungsmittelflüsse, abgezinst mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz, übersteigt. Der Buchwert des finanziellen Vermögenswerts wird durch Direktabschreibung oder mittels eines Wertberichtigungskontos erfolgswirksam um die Differenz reduziert. Für Eigenkapitaltitel der Kategorie „zur Veräußerung verfügbar“ wird eine Wertminderung vorgenommen, wenn bedeutende nachteilige Änderungen im Umfeld des Emittenten vorliegen oder der beizulegende Zeitwert über einen längeren Zeitraum erheblich unter den Anschaffungskosten liegt. Der Verlust ergibt sich aus der Differenz zwischen dem aktuellen beizulegenden Zeitwert und dem Buchwert des Finanzinstruments. Hinweise auf Wertminderung sind unter anderem ein mehrjähriger operativer Verlust in einer Gesellschaft, eine Minderung des Marktwerts oder eine wesentliche Verschlechterung der Bonität. Darüber hinaus sind erhebliche Zahlungsverzögerungen, besondere Vertragsverletzungen, die hohe Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz oder andere Formen der finanziellen Restrukturierung des Schuldners oder das Verschwinden eines aktiven Markts Indizien für eine Wertminderung.

Bei Wegfall der Gründe für zuvor vorgenommene außerplanmäßige Abschreibungen werden entsprechende Wertaufholungen, nicht jedoch über die fortgeführten Anschaffungskosten hinaus, getätigt. Wertaufholungen für Eigenkapitaltitel der Kategorie „zur Veräußerung verfügbar“ erfolgen erfolgsneutral. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten nicht mehr bestehen oder die finanziellen Vermögenswerte mit allen wesentlichen Risiken und Chancen übertragen werden.

VORRÄTE Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren sind zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung niedrigerer Nettoveräußerungswerte bewertet. Die Anschaffungskosten werden anhand der Durchschnittsmethode ermittelt. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden mit den Herstellungskosten angesetzt. Sie enthalten alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Hierzu gehören die fertigungsbedingten Abschreibungen, anteilige Verwaltungskosten sowie anteilige Kosten des sozialen Bereichs. Fremdkapitalzinsen werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Waren und Erzeugnisse werden Abschläge für Qualitäts- und Funktionsmängel sowie Absatzrisiken vorgenommen. Die Bewertung zum Bilanzstichtag erfolgt zum jeweils niedrigeren Betrag aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten einerseits und realisierbarem Nettoveräußerungspreis abzüglich erwarteter Verkaufskosten am Absatzmarkt andererseits.

DERIVATE UND SICHERUNGSBEZIEHUNGEN Derivate werden in der Wilo Gruppe ausschließlich zur Reduzierung des Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisrisikos eingesetzt. Diese Geschäfte stellen wirtschaftlich betrachtet eine Absicherung dar, erfüllen aber die Anforderungen des IAS 39 für bilanzielle Sicherungsbeziehungen nicht. Daher wendet die Wilo Gruppe für Derivate kein „Hedge Accounting“ im Sinne des IAS 39 an.

Die Bewertung derivativer Finanzinstrumente erfolgt unter Anwendung marktüblicher Verfahren (Bewertungsmethoden) unter Zugrundelegung instrumentenspezifischer Marktparameter. Für die Marktwertermittlung von Devisentermingeschäften sowie Zinswährungsswaps werden Barwertmodelle verwendet, die Marktwerte von Optionen werden mittels Optionspreismodellen ermittelt. Als Eingangsparameter für diese Modelle werden, so weit wie möglich, die am Bilanzstichtag relevanten Marktpreise und Zinssätze verwendet.

Der Marktwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und Terminabschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontrakts im Vergleich zum vereinbarten Devisenterminkurs. Bei Zinswährungsswaps erfolgt die Marktbewertung durch die Abzinsung der erwarteten Cashflows. Zur Diskontierung werden am Bilanzstichtag gültige, laufzeitadäquate Marktzinssätze verwendet. Die Bewertung von Rohstoffterminkontrakten erfolgt anhand aktueller Börsenkurse unter Berücksichtigung entsprechender Terminauf- und -abschläge. Die Marktwerte für Optionskontrakte auf Devisen und Rohstoffe hingegen werden auf Basis von Optionspreismodellen ermittelt. Die Berechnung der Marktwerte für die derivativen Finanzinstrumente erfolgt durch Kreditinstitute.

Die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte der Derivate zum Bilanzstichtag werden unmittelbar erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen Finanzergebnis berücksichtigt. Erträge und Aufwendungen aus der Realisierung der Derivate werden in der Position der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen, in der auch die ergebniswirksamen Effekte des wirtschaftlich gesicherten Grundgeschäfts ausgewiesen werden. So werden Erträge oder Aufwendungen aus der Realisierung von Währungsderivaten unter den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen ausgewiesen, sofern das gesicherte Grundgeschäft dem operativen Bereich zugeordnet worden ist und demzufolge die Erträge und Aufwendungen aus der Bewertung dieses Grundgeschäfts ebenfalls in dieser Position ausgewiesen wurden. Handelt es sich bei dem Grundgeschäft um einen Vorgang der Finanzierungstätigkeit, werden die realisierten Erträge und Aufwendungen des Devisentermingeschäfts oder der Devisenoption im sonstigen Finanzergebnis ausgewiesen. Erträge oder Aufwendungen aus der Realisierung von Zinswährungsswaps werden im Zinsergebnis ausgewiesen. Erträge oder Aufwendungen aus der Realisierung von Rohstoffderivaten ohne physische Lieferung werden in den Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen ausgewiesen.

SONSTIGE FORDERUNGEN UND VERMÖGENSWERTE Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte umfassen im Wesentlichen Steuerforderungen, geleistete Anzahlungen, Rückdeckungsansprüche, Abgrenzungen sowie Forderungen gegenüber Mitarbeitern, die keine finanziellen Vermögenswerte darstellen. Diese sonstigen Forderungen und Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

LATENTE STEUERN  Aktive und passive latente Steuern werden entsprechend IAS 12 für sämtliche temporären Differenzen zwischen den steuerlichen und den Wertansätzen nach IFRS gebildet.

Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben und deren Realisierung mit ausreichender Wahrscheinlichkeit gewährleistet ist. Aktive Steuerlatenzen (latente Steueransprüche) werden zum Bilanzstichtag einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Ferner bildet die Wilo Gruppe latente Steuerschulden aufgrund der Steuerbelastung, die sich aus den in 2017 erwarteten Gewinnausschüttungen der konsolidierten Tochtergesellschaften an die WILO SE ergeben wird.

Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. erwartet werden.

Eine Verrechnung von aktiven latenten Steuern mit passiven latenten Steuern erfolgt nur, wenn eine Identität der Steuergläubiger und Fristenkongruenz besteht. Die Ursachen für die latenten Steuern zum 31. Dezember 2016 werden unter Punkt (8.9) des Anhangs dargestellt.

ZUWENDUNGEN DER ÖFFENTLICHEN HAND Zuwendungen der öffentlichen Hand werden gemäß IAS 20 nur erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt sind und die Zuwendungen gewährt werden. Der Wilo Gruppe werden Forschungs- und Investitionszuschüsse gewährt, die entsprechend dem Aufwandsverlauf ergebniswirksam vereinnahmt werden. Sie werden passivisch abgegrenzt und über die Laufzeit der bezuschussten Anlagegüter ergebniswirksam aufgelöst.

EIGENKAPITAL Eigene Anteile werden mit ihren Anschaffungskosten bewertet und in einer gesonderten Position als Abzug vom Eigenkapital ausgewiesen. Vom gezeichneten Kapital werden eigene Anteile im rechnerischen Wert von 1.477 TEUR (Vorjahr: 1.916 TEUR) offen abgesetzt.

FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN  Die finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich aus originären Verbindlichkeiten und den derivativen Finanzinstrumenten mit negativem beizulegenden Zeitwert zusammen. Die derivativen Verbindlichkeiten werden gemäß IAS 39 der Bewertungskategorie „Financial Liabilities at Fair Value through Profit and Loss“ bzw. „Financial Liabilities Held for Trading“ („FLHfT“) zugeordnet. Innerhalb der Wilo Gruppe bestehen finanzielle Verbindlichkeiten aus Finanzschulden, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Verbindlichkeiten, die unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen werden.

Originäre Verbindlichkeiten werden gemäß IAS 32 in der Konzern- Bilanz angesetzt, wenn die Wilo Gruppe eine vertragliche Pflicht hat, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte auf eine andere Partei zu übertragen. Der erstmalige Ansatz einer originären Verbindlichkeit erfolgt zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung bzw. zum Wert der erhaltenen Zahlungsmittel. Sofern der Zinseffekt nicht unwesentlich ist, werden unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von über einem Jahr diskontiert. Bei Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von unter einem Jahr wird unterstellt, dass der beizulegende Zeitwert dem Rückzahlungsbetrag entspricht. Die direkt zurechenbaren Transaktionskosten werden bei allen finanziellen Verbindlichkeiten, die in der Folge nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, ebenfalls angesetzt und unter Anwendung der Effektivzinsmethode über die Laufzeit amortisiert.

Im Rahmen der Folgebewertung werden Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverträgen mit dem Barwert der Leasingraten, alle anderen finanziellen Verbindlichkeiten der Bewertungskategorie „Financial Liabilities measured at Amortised Cost“ („FLAC“) zum Rückzahlungsbetrag bzw. zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode angesetzt.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind.

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Regel unsaldiert ausgewiesen.

SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN Die sonstigen Verbindlichkeiten umfassen im Wesentlichen Steuerverbindlichkeiten, erhaltene Anzahlungen, Abgrenzungen sowie Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern, die keine finanziellen Verbindlichkeiten im Sinne des IAS 32 darstellen. Diese sonstigen Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN Für ungewisse Verbindlichkeiten aus Pensionsverpflichtungen und sonstigen Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden Rückstellungen gebildet. Die Pensionsverpflichtungen für die Leistungszusagen werden gemäß IAS 19 nach dem international üblichen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Die Berechnungen beruhen auf entsprechenden Gutachten unter Berücksichtigung biometrischer Parameter.

Auftretende versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sowie Gewinne und Verluste aus der Neubewertung des Planvermögens werden in voller Höhe im sonstigen Ergebnis erfasst.

Der Aufwand aus der Dotierung der Pensionsverpflichtungen, mit Ausnahme des im Finanzergebnis ausgewiesenen Zinsanteils, wird den Kosten der betroffenen Funktionsbereiche zugeordnet. Die Höhe der Pensionsverpflichtung wird nach versicherungsmathematischen Methoden berechnet, für die Schätzungen unumgänglich sind. Dabei liegen den Berechnungen für die Pensionsverpflichtungen die folgenden wesentlichen Parameter zugrunde, die mit ihrem gewogenen Gruppendurchschnitt angegeben werden:


Berechnungsparameter der Pensionsverpflichtungen

Angaben in % 31.12.2016 31.12.2015
Diskontierungszinssatz 1,67 2,32
Rentenanpassung 2,00 2,00
Gehaltssteigerung 3,00 3,15

Der Nettozinsaufwand ergibt sich durch Multiplikation der Nettopensionsverbindlichkeit mit dem Diskontierungszinssatz in Höhe von 1,67 % (Vorjahr: 2,32 %).

Der sich nach der Projected Unit Credit Method ergebende versicherungsmathematische Barwert der Pensionsverpflichtungen wird bei extern finanzierten Versorgungsplänen in Höhe des entsprechenden Vermögens bei dem externen Versorgungsträger gekürzt, sofern die Voraussetzungen für ein Planvermögen gemäß IAS 19 vorliegen.

SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN Die Steuerrückstellungen enthalten Verpflichtungen aus laufenden Ertragsteuern. Sonstige Rückstellungen werden gemäß IAS 37 gebildet, soweit eine aus einem vergangenen Ereignis resultierende Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, die künftig wahrscheinlich zu einem Vermögensabfluss führt, und sich diese Vermögensbelastung der Höhe nach zuverlässig schätzen lässt. Langfristige Rückstellungen für Verpflichtungen, die voraussichtlich nicht bereits im Folgejahr zu einer Vermögensbelastung führen, werden in Höhe des Barwerts des erwarteten Vermögensabflusses gebildet. Der Abzinsung liegen Marktzinssätze zugrunde.

Der Erfüllungsbetrag umfasst auch die erwarteten Kostensteigerungen. Der Wertansatz der Rückstellungen wird zu jedem Bilanzstichtag überprüft. Rückstellungen werden nicht mit Rückgriffsansprüchen verrechnet.

Geschäftsbericht bestellen

WILO SE
Corporate Communications
Nortkirchenstraße 100
44263 Dortmund
T +49 231 4102-0
F +49 231 4102-7363

Kontakt

WILO SE
Corporate Communications
Nortkirchenstraße 100
44263 Dortmund
T +49 231 4102-0
F +49 231 4102-7363